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Rommerskirchen: Bürger wollen Wiese erhalten

Rommerskirchen : Bürger wollen Wiese erhalten

Mehr als 155 der knapp 560 Ramrather haben sich bisher für einen Erhalt der Spielwiese an der Hellenbergstraße ausgesprochen. Sie befürchten, dass die Tage der einzigen öffentlichen Grünfläche im Dorf gezählt sein könnten.

Bürgerinitiativen hat es in der Gemeinde schon seit längerer Zeit nicht mehr gegeben. Dass die Bürger nun ausgerechnet in einem mit 560 Einwohnern kleinen Gemeindeteil aktiv werden, hätten selbst gute Kenner der lokalpolitischen Szenerie nicht erwartet. Aufgeschreckt hat die Ramrather, dass der Gemeinderat vor zehn Tagen einen alten Bebauungsplan für den Ort aufgehoben hat. An seine Stelle dürfte in absehbarer Zeit ein neuer treten, der auch die gleich hinter der Kapelle an der Hellenbergstraße liegende Rasenfläche zur Disposition stellen könnte. Die Bürger um Solvey Friebe möchten jedoch, "dass der Dorfplatz nicht als Bauland verkauft wird, sondern weiter als begrünter Treffpunkt und Teil der Dorfidentität erhalten bleibt", wie die Initiatorin einer Unterschriftenliste sagt.

155 Einwohner teilen bisher diese Meinung. Solvey Friebe, Sonja Geist und ihre Mitstreiter werden schon in Kürze alle Ramrather Haushalte besucht haben und sind optimistisch, dann noch etliche Unterschriften mehr gesammelt zu haben. Unterstützt werden sie vom Schützenverein Ramrath-Villau: Dessen Präsident Theo Hilgers und Geschäftsführer Heinz-Walter Hupe verweisen auf das Schützenfest ebenso wie auf die dörfliche Weihnachtsfeier und andere Events, bei denen die Grünfläche genutzt wird. Aber auch ansonsten liege sie nicht brach, wie Melanie Hagen als unmittelbare Anwohnerin bestätigen kann: "Die Fläche wird täglich als Spielwiese von Kindern, aber auch von Jugendlichen genutzt." Im Sommer gibt es den Bürgern zufolge hier sogar Reitübungen für Kinder.

Für Solvey Friebe trägt die einzige öffentliche Grünfläche innerhalb des Dorfs "entscheidend zum charmanten dörflichen Charakter des Orts bei. Eine Bebauung würde dagegen weiter zu einer gesichtslosen Verstädterung führen, wie man sie vielerorts erleben kann". Mit im Boot ist auch der SPD-Vorsitzende Johannes Strauch: Bereits im Rat hatte der Ramrather auf die Befürchtungen der Bürger aufmerksam gemacht. Zugestimmt hat er der Aufhebung des bisherigen Bebauungsplans unter dem Vorbehalt, dass die Spielwiese nicht bebaut werde. Strauch freut sich über das Bürgerengagement und verweist auch auf das Interesse der Schützen an dem beliebten Dorfplatz. Den Bürgern stellt er seine volle Unterstützung in Aussicht. Zugleich sollte nach Auffassung von Johannes Strauch aber auch darüber nachgedacht werden, "wie der Dorfplatz attraktiver gestaltet werden kann". Entsprechende Vorschläge könnten dann der Verwaltung der Gemeinde Rommerskirchen unterbreitet werden.

(NGZ)