1. NRW
  2. Städte
  3. Rommerskirchen

Rommerskirchen: Bürger prüfen Pläne für Ortsumgehung

Rommerskirchen : Bürger prüfen Pläne für Ortsumgehung

Anfang Juni beginnt die öffentliche Auslegung der Planungen für die Umgehungsstraße B 59n. Dabei können die Rommerskirchener ihre Meinung zur Ortsumgehung Sinstedens sagen. Das Planfeststellungsverfahren dauert voraussichtlich zwei Jahre. Danach könnte gebaut werden.

Eigentlich handelt es sich nur um den gesetzlich vorgeschriebenen nächsten Schritt des Planfeststellungsverfahrens für die Umgehungsstraße B 59n: Die nun anstehende Bürgerbeteiligung für die Realisierung der Ortsumgehung Sinstedens ist für die Gemeinde jedoch wie ein Festtag. Denn bis zur Entscheidung von NRW-Verkehrsminister Harry Voigtsberger vor zwei Monaten sah es nicht danach aus, dass es derart zügig voran gehen könnte. Die Fertigstellung der B 59n war vergangenen Herbst so weit zurückgestuft worden, dass sogar die Verwirklichung in Frage stand (die NGZ berichtete).

Vom 4. Juni bis zum 3. Juli haben nun die Bürger sowie alle am Verfahren Beteiligten das Wort. Der Rat wird in seiner Juni-Sitzung noch einmal beraten, wobei eine einstimmige Mehrheit als sicher gilt. Die im Rathaus einzusehende Planung (Zimmer 1.12) weist drei Meter hohe Wälle im Bereich der Anbindung zur "alten" B 59 auf. Besonderen Lärmschutz genießt der Wissenschaftliche Geflügelhof. Zudem kann er sich über eine Erweiterungsfläche im rückwärtigen Bereich des Kreislandwirtschaftsmuseums freuen.

Für die Schulstraße ist nach den Worten von Bürgermeister Albert Glöckner "ein kleines Gewerbegebiet und eine riesige Halle" geplant. Die wird dem Garten- und Landschaftsbau gewidmet sein. "Zugleich soll sie als Lärmschutzwall wirken und den unteren Teil der Schulstraße beruhigen", erläutert der Bürgermeister.

Die bisherige Ortsdurchfahrt könnte Albert Glöckner zufolge zur "schnuckeligen Dorfstraße werden, auf der man sonntags Kaffee trinken kann." Laut Tiefbauamtsleiter Rudolf Reimert würden dann "maximal täglich 700 Fahrzeuge" die Straße passieren. Ende 2011 hatte der Rhein-Kreis Neuss eine tägliche Verkehrsbelastung von 13 000 bis 14 000 Fahrzeugen ermittelt. Bei dem geplanten Rückbau der Durchfahrt — bezahlen würde ihn der Landesbetrieb Straßenbau — kommt den Verantwortlichen die Breite der Straße entgegen: "Der Rückbau wird bereits als ein Teil der Ausgleichsmaßnahmen angesehen", sagt Rudolf Reimert.

Das jetzige Planfeststellungsverfahren wird gut zwei Jahre dauern: Auch für die Beteiligung der Öffentlichkeit gibt es Erfahrungswerte: "Zuletzt hat es ein Dreivierteljahr gedauert", so Rudolf Reimert. Ist das Planfeststellungsverfahren beendet, dann besteht Baurecht. "Das Baurecht währt fünf Jahre und kann noch einmal um fünf Jahre verlängert werden", erläutert Albert Glöckner. Wird es in dem Zeitrahmen nicht geschaffen, dann wäre die gesamte bisherige Planung nichtig. Wann die Bagger tatsächlich anrücken, hängt von der weiteren Entwicklung der Bundes- und Landesfinanzen ab.

(NGZ/url)