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Rommerskirchen: Bruderschaft erinnert an Bombenangriff

Rommerskirchen : Bruderschaft erinnert an Bombenangriff

Die St.-Sebastianus-Bruderschaft Rommerskirchen gedenkt am kommenden Sonntag, 25. Februar, nach der Heiligen Messe in St. Peter wieder der Opfer der Attacke, die am 1. März 1945 bis zu 150 Menschen das Leben kostete.

Die Gedenkzeremonie für die Todesopfer des Bombenangriffs auf den Rommerskirchener Ortskern am 1. März 1945 findet kommenden Sonntag, 25. Februar, im Anschluss an die um 11 Uhr beginnende Heilige Messe in der Pfarrkirche St. Peter statt. Federführend ist die St. Sebastianus-Bruderschaft, die das Gedenken seit Jahrzehnten im Auftrag der Gemeinde Rommerskirchen organisiert. "Die Geschehnisse zum Kriegsende in und um Rommerskirchen sind ein wichtiger Teil unserer Geschichte, den wir auf jeden Fall in unseren Köpfen bewahren sollten. Aus diesem Grund hat unser Alt-Bürgermeister und Ehren-Brudermeister Peter-Josef Wolter diese Gedenkveranstaltung ins Leben gerufen", sagt der heutige Brudermeister Peter-Josef Plück.

Tote und Verletzte hatte es bei diversen alliierten Bombenangriffen schon zuvor auch in anderen Ortsteilen gegeben, doch das größte Bombardement ereignete sich zwei Tage bevor am 3. März die US-Armee in Rommerskirchen einmarschierte. Am 1. März 1945 erreichte um 11.01 Uhr die in Frankreich gestartete 410. Bombardement Group der 9. Bomberdivision der US-Air-Force die Gemeinde und legte den Ortskern in Schutt und Asche. Die Zahl der Toten wird auf 140 bis 150 geschätzt, von denen etwa die Hälfte namentlich bekannt sind. Laut dem Einsatzprotokoll, das die National Archives and Records Administration in Washington DC in Kopie nach der Jahrtausendwende an den damaligen Gemeindearchivar Gerd Blaschke übersandt hatte, wurden dabei 232 jeweils 250 Kilo schwere "general-purpose"-Bomben abgeworfen. Der Einsatzbefehl für das Bombergeschwader: Angriff auf das "Communication Center". Noch im Februar 1945 hatte die Wehrmacht nämlich im Kirchturm von St. Peter eine Richtfunkanlage installiert. An der Venloer Straße befand sich im Eingangsbereich zur Kirchgasse ein mit SS-Leuten besetztes Chiffrierbüro.

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Die Kirche wurde bei dem Angriff dem Erdboden gleich gemacht, ihr Turm wies schwere Schäden auf. Völlig zerstört war der angrenzende Bereich zwischen dem Marktplatz und der Venloer Straße. Nachdem am 3. März 1945 die ersten amerikanischen Tanks einrollten und die Nazi-Herrschaft endgültig beendeten, ordneten sie zwei Tage später die Beerdigung der Bombenopfer an. Die meisten wurden in einem Massengrab an der "Clivver" begraben. "Mit Freude sind die Amerikaner hier nicht empfangen worden", wie sich der damals elfjährige Hans Tönnes in den 1990-er Jahren erinnerte. Auf der Eckumer Bahnstraße etwa habe es keine einzige weiße Fahne gegeben. Besonders wendige Zeitgenossen hätten indes Flaggen anderer Nationalität aus dem Fenster gehängt, um die US-Soldaten milder zu stimmen. Zunächst sah es auch keineswegs nach einem Ende der Kampfhandlungen aus. Wehrmacht und Waffen-SS, deren Einheiten vor den Amerikanern zurückgewichen waren, formierten sich zwischen Knechtsteden und Stommeln zu einem militärisch aussichtslosen Gegenangriff. Eckum wurde seinerzeit vollständig evakuiert, ansonsten hätte sich die Zahl der Kriegstoten wohl noch einmal beträchtlich erhöhen können.

(NGZ)