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Rommerskirchen: Breitner soll Altenheim bauen

Rommerskirchen : Breitner soll Altenheim bauen

Fußballstar Paul Breitner verabschiedete sich bereits nach einer Stunde: Sieben CDU- und zwei SPD-Ratsmitglieder votierten gegen ein Altenheim auf dem früheren Rewe-Gelände – das mit Mehrheit beschlossen wurde.

Fußballstar Paul Breitner verabschiedete sich bereits nach einer Stunde: Sieben CDU- und zwei SPD-Ratsmitglieder votierten gegen ein Altenheim auf dem früheren Rewe-Gelände — das mit Mehrheit beschlossen wurde.

Foto: Jazyk, Hans

Am Ende stand doch eine deutliche Mehrheit für das neue Seniorenheim an der Venloer Straße: Mit 23 zu neun Stimmen sprach sich der Gemeinderat für das Projekt der Investoren Paul Breitner und August Lotz aus, das von dem Unternehmen "Carpe Diem" umgesetzt werden soll. Die Geldgeber sowie "Carpe Diem"-Geschäftsführer Jan Schreiter dürften sich die Sache freilich leichter vorgestellt haben. Ehe der Rat die Einleitung des Bebauungsplans beschloss, hagelte es nämlich knapp zweieinhalb Stunden lang vorwiegend Kritik — wobei viele Anwohner der Eggershovergasse mit ihren Bedenken vorsprachen.

Die am größte Kritik galt fraktionsübergreifend der als zu gering empfundenen Zahl von 40 Parkplätzen. Dass diese gemäß der Bauordnung "hoch angesetzt" sei, mochten die Politiker Lotz nicht abnehmen: "Mit 40 Parkplätzen können wir in keinem Fall zufrieden sein", meinte die UWG-Fraktionsvorsitzende Ulrike Sprenger. Sie hält "mindestens 80 bis 90 Plätze" für nötig. Dass auf alle der 32 altengerechten Wohnungen ein Auto kommen werde, ist für Sprenger sicher. Nicht für August Lotz, der damit rechnet, dass viele der 40 Parkplätze später leer stehen. "Mit fünf Plätzen mehr haben wir aber kein Problem", sagte der Investor.

CDU-Fraktionschef Wolfgang Könen betonte: "Wir haben die Hoheitsrechte über diese Fläche." Womit er die Möglichkeit meinte, mehr Parkplätze zwingend vorzuschreiben. Aus Sicht von Glöckner sind der Gemeinde da jedoch die Hände gebunden.

Die Empfindung von Jupp Kirberg (Bündnis 90/Die Grünen) das künftige Gebäude werde auf dem früheren Herbel-Gelände an der Venloer Straße "so richtig reingedrückt", teilen auch viele Nachbarn. Eine ihrer Befürchtungen: Das dreigeschossige Altenheim raube ihnen die freie Sicht.

Zweifel am Bedarf für ein zweites Altenheim sind in der CDU verbreitet: Holger Hambloch zeigte sich skeptisch, dass das Haus innerhalb eines Jahres belegt sein werde. Jan Schreiter hielt dem entgegen, dass "unsere Einrichtungen alle zu 98 bis 100 Prozent belegt sind." Während der Rhein-Kreis Neuss eine Überkapazität von 35 Plätzen prognostiziert hätte, verwies Schreiter darauf, dass "Carpe Diem" als Familienunternehmen ein solches Projekt nicht in Angriff nehmen würde, "wenn wir nicht der Meinung wären, dass die Investition vernünftig wäre." Etwaige Mehrkosten für den Rhein-Kreis Neuss bestritt Bürgermeister Albert Glöckner.

Paul Breitner stellte das Projekt kurz vor, verließ die Sitzung jedoch nach einer Stunde, um sein Flugzeug nach München zu erreichen.

(NGZ)