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Rommerskirchen: Breitner-Heim in einem Jahr ausgelastet?

Rommerskirchen : Breitner-Heim in einem Jahr ausgelastet?

Rommerskirchen Wirtschaftsbüro-Leiter Elmar Gasten staunte gestern angesichts der zügigen Fertigstellung des Seniorenparks nicht schlecht: Jan Christian Schreiter, den Geschäftsführenden Gesellschafter der Firma "carpe diem", hatte er nach dem "Geheimnis" gefragt, "wie man termingerecht fertig wird", was nach Gastens Erfahrung bei solchen Projekten keineswegs immer der Fall sei. Zauberei war nicht im Spiel: "Es war bis zuletzt harte Arbeit", verriet Schreiter bei der offiziellen Eröffnung des zweiten Seniorenheims der Gemeinde.

Ziemlich genau zwei Jahre und zwei Monate sind vergangen, seit Ex-Fußballweltmeister Paul Breitner das Projekt im Rat vorstellte. Ungeachtet seiner offiziellen Bezeichnung als Seniorenpark trägt der auf dem Gelände des ehemaligen Rewe-Markts entstandene Gebäudekomplex seither im Volksmund den Namen "Breitner-Altenheim". Der frühere Fußballstar war gestern ebenso verhindert wie sein Mit-Investor August Lotz.

Für das 1998 gegründete und in Wermelskirchen ansässige Familienunternehmen "carpe diem" ist es laut Jan Christian Schreiter der inzwischen 19. Seniorenpark. Ein wichtiges Kriterium sei stets die "zentrale Lage" - und die ist an der Venloer Straße gegeben.

80 Pflegeplätze in Einzelzimmern bietet das Seniorenheim. Bislang sind sieben Plätze belegt, schon in Kürze soll sich die Anzahl laut Schreiter verdoppeln. Der Chef von "carpe diem" rechnet damit, dass es gut ein Jahr dauert, bis der Seniorenpark zu 90 Prozent und mehr belegt sein wird. Schrittweise soll dann die Zahl der aktuell 20 Beschäftigten auf rund 100 steigen (etwa 80 Vollzeitjobs). Neben den Pflegeplätzen gibt es 36 betreute Wohnungen in einer Größe von 57 bis 100 Quadratmetern. Fünf Wohnungen sind laut Schreiter bereits bezogen. Für elf weitere gebe es "feste Mietverträge", hinzu kämen etliche Reservierungen. Ebenso wie Einrichtungsleiter Michael Kolle betonte Schreiter, dass es sich um "eine offene Einrichtung" handeln soll. "Die Einbindung in die Gemeinde pflegen wir vom ersten Tag an", sagte Kolle während der Feierstunde. Jan Christian Schreiter zufolge soll es "gemeinsame Projekte mit Schulen und Kindergärten" geben, aber auch die Kooperation mit Vereinen und Kirchen wird angestrebt.

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"Dass auch unsere älteren, kranken und gebrechlichen Mitmenschen ein menschenwürdiges leben führen können, ist ein Schwerpunkt unseres Handelns", betonte Bürgermeister Albert Glöckner im Namen von Rat und Verwaltung. "Wir brauchen mehr und mehr Einrichtungen, die den recht unterschiedlichen und sich mit den Jahren wandelnden Bedürfnissen von Senioren entsprechen", sagte der Bürgermeister.

Dass es auch für die Verwaltung ein hartes Stück Arbeit war, verschwieg Glöckner nicht: Der Rhein-Kreis Neuss hatte sich 2012 gegen das Projekt ausgesprochen, für das er keinen Bedarf sieht. Das Bauamt des Kreises prüfte im Genehmigungsverfahren besonders sorgfältig: Statt der eher üblichen drei Monate dauerte es gut ein halbes Jahr, bis "carpe diem" 2012 mit dem Bau beginnen konnte.

(S.M.)