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Rommerskirchen: Brandstifter: Halle brennt nieder

Rommerskirchen : Brandstifter: Halle brennt nieder

Am Samstag Abend brannte die Lagerhalle eines Baunternehmens in Vanikum ab. Verletzte gab es nicht. Der Feuerwehr gelang es, eine mögliche Katastrophe zu verhindern. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung.

Für viele Vanikumer war es mehr als eine bloße Schrecksekunde. "Es sah aus wie eine Lichterkette, die in den Bäumen hochgeht", sagt Friedhelm Cremer, der den Brand der Lagerhalle eines Bauunternehmens an der Hauptstraße von seinem Fenster aus hautnah mitverfolgen konnte. Noch in Rommerskirchen selbst waren die explosiv aufflackernden Stichflammen zu sehen. Gut fünf Meter schossen sie über die Baumkronen hinaus, schätzt Friedhelm Cremer. "Es hat sich so angehört als ob ein großes Feuerwerk losgeht", verweist Guido Milzarek auf das Knallen der in Brand geratenen Eternitplatten.

Gegen 21.15 Uhr hatten vermutlich Gäste einer im Schützenhaus stattfindenden Party die Feuerwehr alarmiert, nachdem sie Brandgeruch festgestellt hatten. Die war wenig später vor Ort, was gleichfalls für den seit kurzem bei RWE in Neurath stationierten Rettungswagen gilt. Verletzte gab es glücklicherweise nicht, dennoch war es kein bloßer Routineeinsatz. "Es sah schon dramatisch aus", sagte Michael Bonaventura, der als Chef des Rommerskirchener Löschzugs gemeinsam mit Werner Petrozzi den Einsatz leitete. Die Anwohner der benachbarten Häuser hatten sich auf die Straße geflüchtet und wurden von der Feuerwehr betreut. Alle vier Löschzüge der Gemeinde inklusive der Grevenbroicher Feuerwehr waren mit in rund 40 Kräften vertreten. "Wir haben sofort eine Riegelstellung vorgenommen", sagte Bonaventura.

Wichtigste Aufgabe war es zunächst, das Übergreifen der Flammen auf eine benachbarte Schreinerei zu verhindern. "Wenn die Schreinerei Feuer gefangen hätte, wäre es heftig geworden. Dann hätte womöglich halb Vanikum in Brand gestanden", vermutet Guido Milzarek. Der Feuerwehr gelang es zunächst, den Brand einzudämmen. Die mit ihrer Drehleiter angerückten Florianer aus Grevenbroich gaben den "gedimmten" Flammen dann aus der Höhe den letzten Rest. "Es war eine einzige weiße Wolke", beschreibt Friedhelm Cremer das nicht alltägliche Schauspiel. "Nach gut einer Stunde war das Feuer gelöscht, dann haben wir uns den Glutherden gewidmet", sagt Michael Bonaventura, der bis 4 morgens vor Ort blieb.

Die Polizei geht davon aus, dass es sich um Brandstiftung handelt — wie schon beim Brand einer Scheune im vergangenen November. Die Kriminalpolizei bittet Zeugen, die zur Tatzeit im Bereich der Brandortes verdächtige Beobachtungen gemacht haben, sich bei der Polizei Neuss unter 02131 3000 zu melden.