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Rommerskirchen: Bomben im Boden befürchtet

Rommerskirchen : Bomben im Boden befürchtet

Die Verwaltung der Gemeinde warnt vor möglichen Kampfmittelfunden – nicht nur aus Routine. Fast alljährlich werden vor allem auf den Feldern Altlasten des Zweiten Weltkriegs entdeckt.

Die Verwaltung der Gemeinde warnt vor möglichen Kampfmittelfunden — nicht nur aus Routine. Fast alljährlich werden vor allem auf den Feldern Altlasten des Zweiten Weltkriegs entdeckt.

Selbst mehr als sechs Jahrzehnte nach Ende des Zweiten Weltkriegs sind dessen Spuren in der Gemeinde immer noch vorhanden: Kampfmittel werden nach den Worten von Ordnungsamtsleiter Hans Knelleken nach wie vor fast in jedem Jahr gefunden: "Mal ist es ein Fund, in manchen Jahren sind es bis zu fünf", berichtet Knelleken, dem zufolge die militärischen Altlasten vor allem bei der landwirtschaftlichen Arbeit entdeckt werden.

Vorwiegend geht es weniger um große Bomben, sondern vielmehr um Munition wie etwa Patronen, aber auch Granaten. "Durch die lange Lagerung wird sie nicht unbrauchbar, sondern durch den Rost eher brisanter: Der Zündmechanismus wird sensibler", so Knelleken. Dass noch bis in die jüngere Vergangenheit mancherlei gefunden worden ist, rührt daher, dass die Gemeinde nicht allein bei dem Bombenangriff vom 1. März 1945 Ziel alliierter Luftangriffe war.

Gerade zum Ende des Kriegs gab es rund um Rommerskirchen massive Kampfhandlungen. "In Eckum wurde beispielsweise ein Munitionszug von Jagdbombern attackiert", erzählt Knelleken: Die Ladung verbreitete sich über mehrere hundert Meter hinweg und überdauerte die Jahrzehnte.

Ein besonders skurriler Fund ereignete sich vor gut drei Jahren: Damals wurde an einem Wegekreuz zwischen Widdeshoven und Wevelinghoven alte Kriegsmunition gefunden: Beim Rasenmähen ging es etwas holprig zu, was daran lag, dass dicht unter der Oberfläche etliche Kriegsutensilien verscharrt worden waren. Gewissermaßen ein Kuckucksei: "Wir gehen davon aus, dass ein Landwirt die Munition gefunden und auf unserem Grundstück deponiert hat", sagt Hans Knelleken.

Auch wenn er selbst bisher weder Bomben noch Munition gefunden hat, kann Ortslandwirt Karl Schütz bestätigen, dass es vor allem seine Kollegen sind, die unliebsame Funde machen — auch wenn es seinem Eindruck nach zunehmend weniger werden. Dem Betreiber von Gut Muchhausen zufolge war ein nahe gelegenes Wäldchen besonders in Mitleidenschaft gezogen worden. Von Grevenbroich aus kommend hätten alliierte Kampfflieger hier ihre Bombenschächte geöffnet und allerlei abgeladen: "Es dürfte noch was da sein", meint Schütz lakonisch.

Kampfmittel bleiben noch auf unabsehbare Zeit eine latente Gefahr — auch wenn bei den bisherigen Funden laut Hans Knelleken noch nie ein Mensch zu Schaden gekommen ist. Gleichwohl gilt: "In allen Fällen von Kampfmittelfunden ist höchste Vorsicht geboten", betont der Ordnungsamtsleiter. Wer auf derartige Hinterlassenschaft des Kriegs stößt, muss dies übrigens bei der Polizei oder dem Ordnungsamt melden. Wer dies unterlässt, riskiert ein Bußgeld von bis zu 1000 Euro.

(NGZ/rl)