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Rommerskirchen: Blockheizkraftwerk für das Hallenbad

Rommerskirchen : Blockheizkraftwerk für das Hallenbad

Das Sonnenbad am Nettesheimer Weg wurde vom Energieversorger Rhenag mit einem Blockheizkraftwerk ausgestattet. Die neue Technik soll den Energieverbrauch und Emissionen vermindern. Die Einsparung sei schon jetzt enorm.

Seit dem 1. Februar ist das im Sonnenbad am Nettesheimer Weg installierte Blockheizkraftwerk (BHKW) in Betrieb. Für die Gemeinde Rommerskirchen ist das eine Premiere. Weder in öffentlichen Gebäuden, noch — soweit bekannt — in Privathäusern wird die hochmoderne BHKW-Technik bislang genutzt, wie am Montag bei einem Ortstermin mit Bürgermeister Albert Glöckner und Rhenag-Energiegeschäftsleiter Bernd Ganser deutlich wurde.

Mehr als 30 000 Kilowatt sind in knapp einem Vierteljahr bereits eingespart worden, wobei pro Kilowatt fünf Cent gespart wurden, wie Daniela Parente vom Gebäudemanagement der Verwaltung erläuterte. Mit der nicht verbrauchten Menge könnten gleich zehn Einfamilienhäuser geheizt werden. "Wir sparen mit dieser hochmodernen Technik über 25 Prozent Primärenergie ein und reduzieren die CO2-Emissionen um rund 20 Prozent", sagte Albert Glöckner. In dem Keller des Hallenbads finde "ein Stück Energiewende statt, die für den Außenstehenden vielleicht unscheinbar daherkommen mag. Dafür ist sie konkret und hocheffektiv", so der Bürgermeister.

Bernd Ganser sieht es ähnlich: "Wir sehen als Regionalversorger unsere Rolle ausdrücklich darin, die Energiewende in unserer Region zu erden." Wie bei dem gemeinsamen Projekt mit der Gemeinde Rommerskirchen werde dort begonnen, "wo es den größten Umwelteffekt bringt und es sich für den Kunden gleichzeitig am schnellsten rechnet", erläuterte Ganser.

Aus der Sicht der Fachleute bietet das Hallenbad am Nettesheimer Weg optimale Bedingungen für die BHKW-Technik. Das Wasser muss dort permanent temperiert bleiben. Den stetig nötigen Wärmebedarf deckt die neue Anlage im Grundlastbetrieb ab. Dies führt dazu, dass auch der hocheffiziente Erdgasmotor auf lange Laufzeiten kommt. Der ständige Einsatz verlängere zugleich auch seine Lebensdauer, die durch jeden Neustart beeinträchtigt werde. Wichtigster "Nebeneffekt": Die Menge des bei langen Laufzeiten produzierten Stroms ist entsprechend hoch. Aufgrund neuester Brennwerttechnik verringert sich dadurch auch der Gasverbrauch des Motors.

Allein die "Grundausstattung" des am Nettesheimer Weg zum Zuge kommenden Blockheizkraftwerks kostet 60 000 Euro. 80 Prozent des dort produzierten Stroms werden im Hallenbad verbraucht, 20 Prozent werden ins öffentliche Netz eingespeist. Ein Förderprogramm der Rhenag ermöglicht auch die Ausrüstung privater Haushalte mit einer kleineren Version des im Sonnenbad verwendeten BHKW-Typs: Die Apparatur gibt es auch in einem Format, das in jedes Einfamilienhaus passt.

Albert Glöckner hat keinen Zweifel: "Die Zukunft der Energieversorgung ist dezentral." An die Stelle zentraler Großstrukturen — wie zum Beispiel große Kraftwerke — würden zunehmend "kleine, intelligent vernetzte Kraftwerke treten", ist sich der Bürgermeister gewiss. "Wir sind jedenfalls stolz, in diesem Keller in Rommerskirchen einen ersten Schritt in diese Richtung zu gehen", so Glöckner.

Wann es das zweite BHKW in der Gemeinde geben wird, bleibt einstweilen offen. Konkrete Planungen gibt es derzeit weder bei der Gemeinde noch der Rhenag. "Wenn sich jemand mit einem ähnlichen Wärmeverbrauch meldet, wären wir jederzeit gern bereit", nennt Bernd Ganser eine wesentliche Voraussetzung für ein weiteres BHKW dieser Größenordnung.

(NGZ/ac)