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Rommerskirchen: Belgische Blues-Band begeistert in Sinsteden

Rommerskirchen : Belgische Blues-Band begeistert in Sinsteden

The Smoky Midnight Gang brachte während ihres zweistündigen Auftritts beim Blues Brunch im Kulturzentrum 200 Gäste zum Tanzen.

Der glühenden Hitze zum Trotz hielt es einen großen Teil der mehr als 200 Besucher nicht auf den Sitzen. The Smoky Midnight Gang zog beim "Blues on Sunday" im Kreiskulturzentrum sämtliche Register, und ein tanzendes Publikum gehört bei der belgischen Band einfach zum Erscheinungsbild.

"Beim Physiotherapeuten müsste man dafür viel Geld bezahlen. Diese Musik geht einfach in die Beine", meinte Ulrich Weidenhaupt im Anschluss an das Konzert. Die sensationell gute Stimmung war für ihn jedenfalls keine Überraschung: Der Programmchef der Sinstedener Blues-Reihe hat die Musiker vor gut einem Jahr bei einem Konzert im niederländischen Heeze erlebt. "Dort haben von Kindern bis Senioren alle auf der Straße getanzt", erinnert er sich an ein Spektakel der Extraklasse. In renommierten belgischen und holländischen Jazz-Clubs hat sich The Smoky Midnight Gang längst ein geradezu fanatisches Stammpublikum erspielt.

Auch in Sinsteden dürfte es nach dem mehr als zweistündigen Auftritt niemanden gegeben haben, der der Band nicht Bestnoten verliehen hätte. Klaus Landwehrschneider aus Neuss, Stammgast bei den Sinstedener Blueskonzerten und erklärtermaßen kein Experte, machte kein Hehl aus seiner Begeisterung: "Es hat voll eingeschlagen. Die Familie Weidenhaupt versteht es immer, großartige Künstler zu verpflichten." Als "perfekt" empfand Ulrich Schmitz aus Butzheim den ersten Auftritt der Band in Sinsteden, worin Carina Picker aus Eckum ihm beipflichtete: "Die sollten ruhig öfter kommen." Auch Kreisdezernent Tillmann Lonnes hielt mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg: "Die Atmosphäre spricht für sich. Es ist toll, dass wir das in Sinsteden genießen durften, wo es ja inzwischen eine richtige Fan-Gemeinde für Blues-Musik gibt."

Die Smoky Midnight Gang orientiert sich am sogenannten Jump-Blues, der Laien später auch als Rhythm & Blues geläufiger wurde. Die typischen Elemente dieser Musik sind ein treibender Rhythmus, lauter Gesang und überaus markante Saxofon-Soli — womit der Jump Blues auch als Vorläufer des Rock 'n' Roll gilt. Ulrich Weidenhaupt vergleicht die Combo gern mit "einer gut geölten, endlos laufenden Maschine". Stilsicher präsentierte sich das Ensemble übrigens nicht nur musikalisch, sondern auch was die Garderobe angeht: Die Jacketts wurden nicht abgelegt, ebensowenig die Krawatten gelockert, und wer einen Hut trug, tat dies während des gesamten Konzerts. Nicht beklagen konnte sich Ditmar Zachäus, der Inhaber des stets für die Verpflegung der Gäste zuständigen "Cafés Stüffje". Bier ging diesmal weniger gut, dafür floss das Wasser buchstäblich in Strömen. "Es war einfach toll", meinte Zachäus, der sich durchaus auch als Blues-Fan versteht, wenngleich er mit der oft melancholischen Grundierung der Urform dieser Musik nicht allzu viel anzufangen vermag.

Kathrin Wappenschmidt, die Leiterin des Kulturzentrums, freute sich auch darüber, dass manche Gäste die Möglichkeit wahrgenommen haben, über das weitläufige Gelände zu flanieren und auch die Rückriem-Hallen zu besuchen: "Auch da konnte man die Musik noch bestens hören", sagte sie.

(NGZ)