Rommerskirchen: Beim Thema Konverter fordert Gröhe Transparenz

Rommerskirchen: Beim Thema Konverter fordert Gröhe Transparenz

Die Bürgerinitiative "Contra Konverter" überreichte dem Bundesgesundheitsminister und gleichzeitig örtlichem Bundestagsabgeordneten jetzt mehr als 2600 Unterschriften gegen einen Konverter in der Gemeinde.

Genau 2657 Unterschriften gegen einen Amprion-Konverter im Gemeindegebiet hat die Bürgerinitiative "Contra Konverter" vom 29. Juli bis 2. September gesammelt. Dies entspricht laut Walter Giesen von der für die Unterschriften zuständigen Gruppe fast einem Drittel der für den Bundestag wahlberechtigten Einwohner.

Im Restaurant "Vier Jahreszeiten" des Seniorenheims "carpe diem" überreichten Mitglieder der Initiative die Unterschriften jetzt Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) in seiner Eigenschaft als örtlicher Bundestagsabgeordneter. Wesentlich erleichtert wurde das Gespräch durch eine gemeinsame Basis. "Wir haben ein Interesse daran, dass die Braunkohle bei Einsatz modernster Technik längere Zeit einen ausgleichenden Beitrag zur Energieversorgung leisten kann", sagte Gröhe.

Wie Solvey Friebe von der Bürgerinitiative betonte, bejaht auch die Bürgerinitiative die Energiewende samt der technischen Notwendigkeit, einen Konverter aufzustellen. Fragwürdig seien allerdings die bislang angewandten Kriterien: Abstände von 200 Metern zur nächstgelegenen Wohnbebauung sind der Initiative schlicht zu gering. Dass Hermann Gröhe sich für oder gegen einen der zurzeit im Kreisgebiet gehandelten Standorte aussprechen würde, hatten die kritischen Bürger natürlich nicht erwartet.

Für den Minister kommt es bei der Entscheidung denn auch weniger auf Einflussnahmen der Politik als vielmehr auf Transparenz und nachvollziehbare Kriterien an. Er sei froh, dass die Bürgermeister und der Landrat "zusammen Wächter eines transparenten Verfahrens" seien, sagte Hermann Gröhe. Er verhehlte nicht, dass es zumindest zu Beginn der seit bald zwei Jahren währenden Diskussion seitens der Betreiberfirma Amprion wohl an Transparenz gemangelt habe. Walter Giesen sieht das auch im Fall Rommerskirchens so, wo zehn potenzielle Standorte im Juni bekannt wurden.

"Wir fühlten uns vor Tatsachen gestellt und wollen Aufklärung", beschrieb er ein wichtiges Motiv für den Bürgerprotest. "Sie haben einen Anspruch darauf, dass fair abgewogen wird", versicherte Gröhe den Bürgern und verwies zudem auf die gerichtliche Überprüfbarkeit einer konkreten Standortentscheidung. Unterschriften gesammelt hatte für die Bürgerinitiative ein knapp zehnköpfiges Team. Dabei waren das Center am Park in Rommerskirchen, die Widdeshovener Bäckerei Faller und der Eckumer Netto-Markt markante Anlaufpunkte. Auch an den Haustüren wurde gesammelt.

Solvey Friebe etwa konnte gemeinsam mit einer Mitstreiterin im gut 500 Einwohner zählenden Ramrath mehr als die Hälfte der Bürger für eine Unterschrift gewinnen. Natürlich gab es auch Bürger, die das Anliegen der Initiative rundweg ablehnten. Erst vergangenen Donnerstag hatte sich auch in Gohr die Bürgerinitiative "Contra Konverter in Gohr, Broich und Umgebung" gegründet (die NGZ berichtete).

(NGZ)
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