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Rommerskirchen: Bauschutt hat Konsequenzen

Rommerskirchen : Bauschutt hat Konsequenzen

Künftig muss bei der Ausbesserung von Wirtschaftswegen durch Landwirte vorab die Untere Wasserbehörde des Kreises informiert werden. Im Frühjahr hatten Bauern Bauschutt im Wasserschutzgebiet auf Wegen aufgebracht.

Dass im Frühjahr bei der Befestigung eines Wirtschaftswegs in Anstel Bauschutt, der vom Abriss des Eckumer Silos der Buir-Bliesheimer Agrargenossenschaft stammte, verwendet worden war, hatte nicht nur Anwohner geärgert. Auch die Untere Wasserbehörde des Rhein-Kreises Neuss legt künftig Wert darauf, dass ihr künftig alle Ausbesserungsmaßnahmen an unbefestigten Wegen mitgeteilt werden.

Tiefbauamtsleiter Rudolf Reimert hatte die Landwirte aufgefordert, Stellen, an denen das Material allzu grob war, mit zusätzlichen Feinanteilen zu überziehen. Wo Wasserschutzgebiet betroffen war, genügte dies der Kreisbehörde nicht: Der Schutt musste entfernt werden.

Im Jahresbericht der Freizeit- und Wirtschaftswegekommission verwies Reimert noch einmal darauf, dass es sich "um aufbereiteten Bauschutt" gehandelt habe, wobei das entsprechende Zertifikat sowohl der Gemeinde als auch dem Kreis vorläge.

Die Wege selbst sind weitgehend in ordentlicher Verfassung: "Ein paar Schlaglöcher noch, ansonsten sind die Reparaturen weitgehend abgeschlossen", so Reimert. Skurril: Im Rahmen einer Vermögensbewertung entdeckte die Gemeinde, dass Wege vorhanden sein müssten, die es de facto gar nicht mehr gibt.

Zunächst soll überprüft werden, inwieweit die Wege noch gebraucht werden. In diesem Fall müssen sie wieder hergestellt werden. Zumindest bei zwei Wegen scheint festzustehen, dass sie entbehrlich sind: "Sie können wahrscheinlich dem Strategischen Bahndamm als Grünfläche zugeschlagen werden", so Reimert.

Zumindest kurz flackerte jetzt im Planungs- und Bauausschuss eine im Frühjahr 2008 entbrannte Kontroverse darüber auf, wem die Wege eigentlich "gehören": Hubert Pane (CDU) stieß sich daran, dass sie mittlerweile als "Freizeit- und Wirtschaftswege" firmieren, obwohl sie vorrangig im Interesse der Landwirtschaft gebaut worden seien. Pane befürchtet, dass hieraus in Zeiten knapper Kassen "ein Anspruch auf Freizeitwege" abgeleitet werden könne.

Kämmerer Hermann Schnitzler entgegnete, dass es sich offiziell um "untergeordnete Wege, die nicht gewidmet sind", handelt. Sonstige Bezeichnungen haben eher informellen Charakter. Saniert werden soll auch künftig nach Bedarf, wobei mal der Freizeitaspekt und mal die Interessen der Landwirtschaft im Vordergrund stehen können.

(NGZ)