Rommerskirchen: Bauern vor Ernte optimistisch

Rommerskirchen : Bauern vor Ernte optimistisch

Ortslandwirt Karl Schütz und sein Stellvertreter Hubertus Velder äußern sich wenige Tage vor Erntebeginn zur aktuellen Situation der Landwirtschaft in Rommerskirchen. Aktuell sehen sie diese auf einer "Insel der Seligen".

In wenigen Tagen beginnt die Ernte Von Rüben und Getreide. Hatte Peter-Josef Gormann, Geschäftsführer der Buir-Bliesheimer Agrargenossenschaft, erst Mitte Juni einen optimistischen Ausblick gewagt, sind die örtlichen Bauern noch erheblich zuversichtlicher: "Wir freuen uns über feste Getreidepreise, die geben uns erst einmal eine sichere Perspektive", sagt Rommerskirchens Ortslandwirt Karl Schütz. Zunächst beginnen die Landwirte mit dem Dreschen des Getreides, fertig sein wollen sie "bis spätestens Mitte August", beschreibt Schütz' Stellvertreter Hubertus Velder den Zeitrahmen. "Alles was später ist, ist schlecht", so Velder. Mögen viele Zeitgenossen dem Wetter der vergangenen Monate nicht viel abgewinnen können – aus der Sicht der Landwirte ist dies anders: "Die gute Niederschlagsverteilung hat uns sehr geholfen", sagt Hubertus Velder. Keinen Zweifel lässt er daran, dass damit die rheinischen Bauern auf "einer Insel der Glückseligen" leben. Sowohl in Osteuropa als auch auf dem Balkan seien diese Bedingungen nicht vorhanden. Selbst in Frankreich habe es "riesige Auswinterungen" gegeben. "Die Preise werden nicht in Köln oder Düsseldorf gemacht, wir müssen uns in einem globalen Wettbewerb behaupten", macht er deutlich.

In der Gemeinde gibt es noch heute mehr als 50 landwirtschaftliche Betriebe, wobei der Strukturwandel altvertraute Klischees längst ad acta gelegt hat. So gibt es Karl Schütz zufolge im nach wie vor landwirtschaftlich geprägten Rommerskirchen nur noch einen Hof, auf dem Kühe gehalten werden. "Im ganzen Kreisgebiet gibt es mehr Pferde als Kühe." Was die bevor stehende Ernte angeht, heißt es für die Bauern ungeachtet allen High-Tech-Geräts ranzuklotzen. "Wir können nicht um 22 Uhr abends Schluss machen", erzählt Karl Schütz. "Wir sind von der Witterung so abhängig, dass wir jede Sekunde nutzen müssen", so der Ortslandwirt. Karl Schütz schätzt, dass er in den nächsten Wochen nicht selten von 7 Uhr morgens bis 2 Uhr nachts auf den Beinen sein wird. Was die anstehenden Drescharbeiten angeht, appellieren er und Hubertus Velder an ihre Berufskollegen, wegen des damit unvermeidlich verbundenen Lärms "dorfnahe Flächen tagsüber und nicht abends zu dreschen."

Eine wesentliche Erleichterung für die Landwirte sind die neuen Silos der Genossenschaft, die bereits 2011 erstmals genutzt werden konnten. "Es verkürzt die Wartezeiten deutlich." Nach der Schließung des Standorts in Bocklemünd werden erstmals auch Bauern aus dem Kölner Westen in Rommerskirchen anliefern.

(NGZ)
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