Rommerskirchen: Bauer Willi gegen Traktormaut

Rommerskirchen: Bauer Willi gegen Traktormaut

Willi Kremer-Schillings setzt auf Kooperation zwischen Bauern und Gemeinde. Die Wirtschaftswege-Diskussion missfällt ihm.

In der Diskussion um den Zustand der Wirtschaftswege und deren Sanierung meldet sich jetzt auch Willi Kremer-Schillings zu Wort. Verärgert hat den als Blogger "Bauer Willi" und Autor des im Piper-Verlag erschienenen Bestellers "Sauerei - über billiges Essen und unsere Macht als Verbraucher" bundesweit bekannt gewordenen Eckumer die von der UWG ausgehende Initiative, auch über die Möglichkeit einer Traktormaut zu diskutieren. Kritikern empfiehlt er, "den Ball flach zu halten".

Kremer-Schillings fände es sehr bedauerlich, "wenn solche Diskussionen dazu führen sollten, dass Landwirte sich in unserer Gesellschaft nicht gut aufgehoben fühlen". Was ein Instrument wie die Traktormaut angeht, verweist er darauf, "dass die Wirtschaftswege öffentliche Wege sind, die von jedem genutzt werden können".

Nachdrücklich begrüßt er das Wirtschaftswegekonzept der Gemeinde. "Warum aber fängt man an, dieses Thema in einer Weise zu diskutieren, die dem, was wir besprochen haben, zuwiderläuft?", fragt Kremer-Schillings.

Würde seitens der Politik auf Konfrontation gesetzt, könnte sich auch die Haltung der Landwirtschaft ändern, wie er an zwei Beispielen deutliche macht. Zum einen nennt er die gängige Praxis, wonach die Bauern selbst die Wege reparieren, wofür die Gemeinde das Material zur Verfügung stellt. Das Teuerste daran sei nicht das Material, sondern die aufgebrachte Arbeit und die Maschinen. "Das muss ja nicht so weitergehen", stellt Kremer-Schillings - hypothetisch - eine mögliche Reaktion der Landwirte auf die eher unwahrscheinliche Einführung einer Treckermaut in Aussicht.

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"Wir müssen auch keine gebundene Wegedecke haben", sagt er und verweist darauf, dass die Wege im Zweifel auch so saniert werden könnten, dass sie ausschließlich für die Landwirte, nicht aber für Radler oder Skater brauchbar wären.

Schließlich könnten Landwirte, die wie er selbst Ackerflächen für Neubaugebiete verkauft haben, darüber nachdenken, ob sie dies weiterhin tun sollten, meint Kremer-Schillings. Das Baugebiet am Steinbrink ist für ihn ein gutes Beispiel dafür, dass Wirtschaftswege nicht allein durch die Bauern, sondern auch durch den Baustellenverkehr zerstört wurden - wovon er selbst betroffen gewesen sei. Gleiches gelte mit Blick auf die Erneuerung der Bahnbrücke vor einigen Jahren. Gleichwohl lässt Willi Kremer-Schillings keinen Zweifel, dass er weiterhin auf Kooperation mit der Gemeinde setzen möchte: "Ich hoffe, dass sich die Gemeinde nicht vom Weg der Zusammenarbeit verabschiedet."

Bei Bürgermeister Martin Mertens läuft er damit offene Türen ein: "Mit mir wird es keine Traktormaut geben. Dennoch ist Meinungspluralität im Rat ein gutes Zeichen für eine funktionierende Demokratie." Mertens setzt auf "die gute Zusammenarbeit mit der Mehrzahl der Landwirte, die sich mit großem Engagement um den Erhalt der Wege kümmern".

(NGZ)