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Rommerskirchen: Bahnhof: Neuer Kanal gefordert

Rommerskirchen : Bahnhof: Neuer Kanal gefordert

Der Erftverband drängt auf eine Verbesserung der Entwässerung rund um den Eckumer Bahnhof. Die vom Rat favorisierte Lösung kostet über eine Million Euro, ist aber förderfähig. Den Antrag hat die Gemeinde gestellt.

Um den Bahnhofsvorplatz neu zu gestalten, muss die Gemeinde noch einmal tiefer in die Tasche greifen als ursprünglich geplant: Nötig macht dies der Zustand der Kanalisation.

Nachdem schon die "Schallmauer" in Sachen Eigenbeteiligung der Gemeinde gebrochen worden war und diese sich von 300 000 auf 374 000 Euro erhöht hatte, machte der Erftverband nun darauf aufmerksam, dass der bestehende Kanal nicht mehr in der Lage sei, die zu erwartenden Wassermengen abzuleiten.

Laut Andrea Seidel vom Amt für Grundstücksmanagement "fordert der Erftverband eine ausreichende Rückhaltung, oder — wenn möglich- eine "ortsnahe Versickerung." Die ist angesichts der geringen Durchlässigkeit des zudem mit Altlasten durchsetzten Bodens nicht möglich: Die nach einer Untersuchung durch ein Ingenieurbüro favorisierte Variante sieht ein Mischverfahren vor, bei dem das Regenwasser gedrosselt in den Hauptsammler und ein Rückhaltebecken eingeleitet wird. Kosten soll das Ganze nach den Worten von Bürgermeister Albert Glöckner rund 1,1 Millionen Euro.

Erftverband zahlt 250 000 Euro

Geringer würden die Kosten, wenn sich bei einer Überprüfung des bisherigen Zulaufkanals herausstellen sollte, dass dieser noch genutzt werden kann. Nachdem der Erftverband es der Gemeinde überlassen habe "früher oder später die Entwässerung aufzubessern", hat diese sich nun per einstimmigem Ratsvotum dafür entschieden, dies so früh wie möglich zu tun.

Grund: So kann die Kanalerneuerung noch Bestandteil des Gesamtpakets Bahnhof und damit förderfähig werden. Der Erftverband hat sich bereit erklärt, einen Eigenanteil in Höhe von knapp 250 000 Euro zu übernehmen. Beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) förderfähig sind 85 Prozent der zuwendungsfähigen Baukosten in Höhe von etwa 640 000 Euro.

Den Hauptförderantrag hat die Gemeinde inzwischen beim VRR eingereicht: Um damit Erfolg zu haben, ist die barrierefreie Gestaltung des Bahnhofsumfelds nötig, was den Bau einer Rampe, einer neuen Treppenanlage und eines Aufzugs erfordert.

Nach Mitteilung des VRR hat die Deutsche Bahn Station & Service die nötigen Anträge inzwischen eingereicht. "Somit steht für Ihre Baumaßnahme, nach Erlangung des Baurechts, nichts im Wege", heißt es in einem Brief von VRR-Vorstand Martin Husmann an Albert Glöckner.

Ist der dem Bürgermeister zufolge "einen Aktenordner" umfassende Antrag vom VRR bewilligt, kann die Gemeinde mit dem ersten Bauabschnitt beginnen.

(NGZ)