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Rommerskirchen: Bahndamm wird Ort der ruhigen Erholung

Rommerskirchen : Bahndamm wird Ort der ruhigen Erholung

Die Umgestaltungen sollen behutsam erfolgen, der Freizeit- und Erholungswert noch gesteigert werden. Den Politikern gefällt's.

Seit fast zwei Jahren ist die Gemeinde Eigentümerin von mehr als zwei Dritteln des strategischen Bahndamms. Die Diskussion um dessen Freizeitwert wurde im vergangenen Jahr mit Blick auf die Gillbachbrücken intensiv geführt. Neue Nahrung gab es im Sommer, als im Zusammenhang mit einem angekündigten Besuch von Staatssekretär Horst Becker (Grüne) Überlegungen bekanntwurden, dem Bahndamm ein neues Outfit zu verleihen. Nur ja keine allzu großen Eingriffe: Auf diesen Nenner lassen sich Einwände von Spaziergängern und Läufern bringen, die den Bahndamm als Naherholungsgebiet schätzen.

Dass ihre Befürchtungen unbegründet sind, machen die ersten Planungen deutlich. Ein inzwischen vorliegendes Entwicklungskonzept für den Bahndamm setzt auf eher behutsame Eingriffe. Ausgearbeitet hat es das Institut für Vegetationskunde, Ökologie und Raumplanung in Düsseldorf. Ziel ist nach den Worten seiner Verfasserin Ursula Scherwaß, den Bahndamm sowohl als kulturhistorisch bedeutsames Bauwerk wie auch als ökologisch wertvollen Lebensraum "sinnlich erfahrbar zu machen". Die Strecke soll zu Fuß, aber auch mit dem Rad erkundet werden, wobei der Schwerpunkt nach den Worten von Ursula Scherwaß auf "eine ruhige Erholung" gelegt wird.

Bei den Politikern findet die bisherige Planung viel Beifall: Gottfried Leuffen (CDU) nannte das Konzept "hocherfreulich". Aus seiner Sicht ist der dem Bahndamm in jüngerer Zeit beigemessene Stellenwert "eine Genugtuung für alle, die sich gegen eine Engführung der B 477n-Trasse gewandt haben". Eine Einschränkung gibt es aus Leuffens Sicht allerdings: "Eine Realisierung kann es nur dann geben, wenn die Haushaltslage es ermöglicht."

Verwirklicht werden kann das Projekt auch schrittweise. Die Kosten würden sich auf rund 300 000 Euro belaufen. Die Verwaltung will nun prüfen, welche Maßnahmen förderfähig sind.

Laut Vizebürgermeisterin Maria Peiffer (SPD) sollte auch "die Geschichte des Bahndamms" eine gebührende Rolle spielen. Was die angeht, gibt es unter Experten nach wie vor Meinungsunterschiede: Lokalhistoriker Josef Schmitz widerspricht inzwischen der seit Jahrzehnten gängigen These, wonach der Bau des Bahndamms mit Kriegsplänen des Kaiserreichs zu tun gehabt habe.

Maria Peiffer zufolge sollte wenigstens der Bereich zwischen Anstel, Evinghoven und Hoeningen freigeschnitten werden. Zudem sollte auch an eine eigene Spur für Pferdefreunde gedacht werden, ist die Vizebürgermeisterin überzeugt.

(NGZ)