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Rommerskirchen: Bahndamm-Brücken bleiben

Rommerskirchen : Bahndamm-Brücken bleiben

Nach einer hitzig geführten Diskussion entschied sich der Rat, die drei zum Abriss bestimmten Bahndamm-Brücken erst einmal für fünf Jahre stehen zu lassen. Am Ende beharrte lediglich die CDU auf einem Abriss.

Schon vor der Diskussion um eine Revision des Abrissbeschlusses für die beiden Bahndamm-Brücken in Hoeningen und Ramrath wurde heftig gerechnet. Gleich fünf Mitglieder der 13-köpfigen SPD-Fraktion fehlten zu Beginn der Ratssitzung.

SPD-Fraktionschef Martin Mertens hatte zuvor schon einen Tagesordnungspunkt vorziehen lassen: Als er dann noch genaue Auskünfte über das neu angeschaffte Hilfeleistungsfahrzeug der Feuerwehr wünschte, platzte Heinz-Werner Vetten (CDU) als erstem der Kragen. Verzögerungstaktik und Zeitschinden warf er der SPD vor, während CDU-Fraktionschef Wolfgang Könen später von einem "billigen Kartenspielertrick" sprach.

Zu diesem Zeitpunkt fehlten nur noch drei SPD-Mitglieder, doch die CDU konnte sich immer noch gewisse Hoffnungen machen, dass es bei dem im Frühjahr beschlossenen Abriss der Brücken bleiben würde. Kritische Nachfragen hatte neben der Union insbesondere Norbert Hufschmidt (UWG).

Am Ende jedoch standen die an diesem Tag wohl härtesten Zahlen: Mit 17 zu 12 Stimmen machte der Rat seinen im Frühjahr gefassten Abriss-Beschluss rückgängig. Stattdessen regiert nun "die Hoffnung, dass in fünf oder sechs Jahren ein Gutachter mittelfristig die Sicherung gegen Sickerungsschäden empfiehlt", wie Bürgermeister Albert Glöckner sagte. In diesem Fall nämlich ginge die von der Verwaltung präsentierte Rechnung auf, die von einem mindestens zehnjährigen Fortbestand der Brücken ausgeht.

In ihren Erhalt, sprich die Beseitigung von Schäden, müsste die Gemeinde demnach knapp über 30 000 Euro stecken — mit im Paket ist die nicht vom Abriss bedrohte Brücke am Pfaffenbusch. Holger Hambloch (CDU) machte die Gegenrechnung auf: Angesichts der von der Verwaltung präsentierten Zahlen wäre es möglich, eine Brücke für 100 000 Euro abzureißen — und dies sollte auch geschehen, befand der Christdemokrat.

Albert Glöckner hielt dagegen, dass "es noch keinen Abriss gegeben hat, der nicht das Doppelte von dem gekostet hätte, was ausgeschrieben war." Johannes Strauch (SPD) legte noch einen drauf: Experten der Krefelder Stadtverwaltung hätten ihm versichert, dass der Abriss einer derartigen Brücke "eher 250 000 als 200 000 Euro" kosten werde. Das Bemühen, betont rational auf der Grundlage von Zahlen und Fakten zu diskutieren, konnte jedoch die emotionale Brisanz der Debatte nicht vermindern.

(NGZ)