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Rommerskirchen: Bahn statt Museums-Kutschen

Rommerskirchen : Bahn statt Museums-Kutschen

Für 2013 soll es ein neues Konzept für die Kutschfahrten zwischen den Museen in Sinsteden und Oekoven geben. SPD-Kreistagsabgeordneter Martin Mertens befürwortet eine direkte Feldbahnlinie zwischen beiden Museen.

Die Idee, zwischen dem Landwirtschaftsmuseum und dem Feld- und Werkbahnmuseum in Oekoven eine Kutsche verkehren zu lassen, hat bislang noch nicht wie erhofft gezündet. Beim zweiten Versuch am vergangenen Sonntag machte das miserable Wetter den Initiatoren einen Strich durch die Rechnung: Mangels Anmeldungen fielen die Kutschfahrten beim letzten Betriebstag des Feld- und Werkbahnmuseums in diesem Jahr kurzerhand ins Wasser. Das Konzept muss nun überdacht werden.

Schon bei der Premiere Anfang September hatte sich gezeigt, dass es bei dem Projekt durchaus noch Luft nach oben gibt. "Es hätten mehr Besucher sein können", meinte damals Kutscher Dietmar Kippels. Marcus Mandelartz, der Vorsitzende des Feld- und Werkbahnmuseums, sprach davon, dass das neue Angebot nicht genügend beworben worden sei. Gleichwohl ist es ausgemachte Sache, dass die Kutschfahrten auch 2013 stattfinden sollen, und zwar von Mai bis Oktober jeweils am ersten Sonntag im Monat, wenn die Betriebstage des Feld- und Werkbahnmuseums anstehen. Danach soll dann eine Bilanz gezogen werden. Kathrin Wappenschmidt, die Leiterin des Kreiskulturzentrums, kündigt für die kommende Saison "ein neues Konzept" an. "Wir lassen uns sicher etwas Nettes einfallen."

Etwas einfallen lassen will sich auch die SPD-Kreistagsfraktion: Dem Rommerskirchener Kreistagsabgeordneten Martin Mertens zufolge wollen die Sozialdemokraten bis Frühjahr 2013 ein komplett neues Konzept für das Kulturzentrum in Sinsteden erarbeiten. Dabei soll es dann auch um die Kooperation mit den Eisenbahnfreunden in Oekoven gehen. "Es ist hervorragend, wenn die örtlichen Museen zusammenarbeiten. Vor allem das Engagement der ehrenamtlichen Feldbahnfreunde muss man immer wieder loben", sagt Mertens. Der Einsatz einer Kutsche oder eines Planwagens ist für ihn jedoch "nur eine Variante".

Für ihn "wäre eine durchgehende Feldbahnverbindung vom Oekovener Bahnhof bis zum Landwirtschaftsmuseum wünschenswert". Voraussetzung hierfür wäre, dass der Rhein-Kreis Neuss einen Landstreifen zwischen Sinsteden und Oekoven kauft. Mertens: "Die Feldbahnfreunde könnten darauf ihre Schienen verlegen und es gäbe eine tolle Verbindung durch die Felder." Über der Oekovener Bundesbahnbrücke an der Kreisstraße 10 liegen bereits Feldbahngleise, die bis zum ehemaligen Stellwerk führen. Der Rommerskirchener sieht hierin auch eine Attraktivitätssteigerung für die Gemeinde: Das Feld- und Werkbahnmuseum habe "großes Interesse daran, zumal die Fahrstrecke dann um ein Vielfaches verlängert würde."

(NGZ/ac)