1. NRW
  2. Städte
  3. Rommerskirchen

Rommerskirchen: B 59n: Gutachten für besseren Lärmschutz

Rommerskirchen : B 59n: Gutachten für besseren Lärmschutz

Seit der Eröffnung der Umgehungsstraße B 59n klagen Bürger im Rommerskirchener Ortskern über den Lärm. Der Landesbetrieb sieht keinen Handlungsbedarf. Die Gemeinde will nun klären, was sie selbst tun kann.

Zumindest in einer Hinsicht bedauern Christian Schlage und Beate Selich-Wynen das Tauwetter der vergangenen Tage. Je mehr Schnee liegt, desto mehr nämlich wird der von der Umgehungsstraße B 59n ausgehende Lärm gedämpft. Lang anhaltender Schneefall gar ist für die Anwohner mit einem lange nicht gekannten Gefühl der Ruhe verbunden, wie Christian Müller bestätigt.

Der Lärm ist seit der Eröffnung des ersten Teilstücks der Umgehung im Mai 2009 für nicht wenige Bürger deren permanente Begleiterscheinung. Morgens ab vier Uhr geht es mit dem Lieferverkehr los, in den Sommermonaten meiden manche Anwohner ihre Terrassen und den Garten, weil es ihnen schlichtweg zu laut ist. Für den vorhandenen Lärmschutz hat die UWG-Fraktionsvorsitzende Ulrike Sprenger — auch sie wohnt im besonders betroffenen Ortskern — nur Sarkasmus übrig: "Es sind gerade einmal drei Bäumchen, die auch noch tiefer liegen als die Trasse."

Für Ulrike Sprenger liegt der zentrale Fehler beim Landesbetrieb Straßenbau: Dieser hätte die Richtung Vanikum gebaute Brücke "niedriger machen können". Auch sei kein "Flüsterasphalt" verwendet worden, wie vor dem Bau vorgeschlagen wurde, kritisiert die UWG-Fraktionschefin. "Der Landesbetrieb hat nur das gesetzlich Vorgeschriebene gemacht", so Sprenger.

Darüber, dass der Landesbetrieb keine Notwendigkeit für weiteren Lärmschutz sehe, hatte die Verwaltung bereits im Oktober 2010 den Planungsausschuss informiert. Womit die Gemeinde am Zug wäre: Immerhin hatte die sich schon einmal auf eigene Kosten für den Lärmschutz engagiert. Bei der Errichtung eines Schutzwalls am Rommerskirchener Ortseingang konnten die Kosten deutlich gemindert werden, weil Erdreich verwandt wurde, das bei den Bauarbeiten für die B 59n anfiel. Auf solches Aushubmaterial wollte die Gemeinde auch bei einem zusätzlichen Lärmschutz zurückgreifen.

Was indes nicht möglich ist: Die Erwartung, dass das zweite Teilstück der B 59n 2009 möglichst zeitnah in Angriff genommen würde, hat sich bekanntlich zerschlagen. Wie sich der Lärm womöglich doch noch dämpfen ließe, soll nun ein Gutachten klären. Dies bestätigt Rathaussprecher Elmar Gasten: "Diese Woche ist ein Gutachter im Haus, mit dem die Möglichkeiten aus fachlicher Sicht besprochen werden sollen."

Sprenger verweist darauf, dass der Lärm an der Umgehung noch nie exakt gemessen wurde. Für den SPD-Fraktionsvorsitzenden Martin Mertens "ist die Situation auf Dauer nicht hinnehmbar". Dass ein Gutachten eingeholt werden soll, begrüßt er ausdrücklich: "Interessant wird sein, ob eine Mauer, ein Erdwall, ein Wäldchen oder eine andere Maßnahme empfehlenswert ist." Für den CDU-Vorsitzenden Michael Willmann "bringt ein Gutachten Klarheit, das ist zu begrüßen". Aus seiner Sicht "muss den Bürgern geholfen werden, man darf aber auch keine falschen Hoffnungen wecken". Ein wichtiges Kriterium sei die Finanzierung.

(NGZ/rl)