Verkehr Verkehr : B 477n: SPD fürchtet neue Verzögerung

Bürgermeister Mertens hat Minister Hendrik Wüst eingeladen. Die B 477n soll 2019 wieder in dessen Arbeitsprogramm.

Die Kreis-SPD will Landesverkehrsminister Hendrik Wüst in die Pflicht nehmen, und auch Bürgermeister Martin Mertens tut alles, um das Thema B 477n nicht aus der öffentlichen Diskussion verschwinden zu lassen. Das Ziel: Die Planung für die Umgehungsstraße soll 2019 wieder in das Arbeitsprogramm des Ministeriums-Masterplans aufgenommen werden, aus dem es gestrichen wurde. Die Bürger tun das Ihre: Mehr als 2000 Unterschriften für eine zügige Fortführung der Planung sollen bisher gesammelt worden sein. Mertens rechnet damit, dass es bis zum Ende der Aktion am 18. Juni bis zu 3000 sein könnten. Mertens hat vor zwei Wochen Minister Wüst nach Rommerskirchen eingeladen. Bislang gibt es keine Reaktion. „Notfalls werde ich die Unterschriften auch in Düsseldorf übergeben“, kündigt der Bürgermeister an.

„Die Situation auf der B477 ist so nicht weiter hinnehmbar“, erneuert der stellvertretende Landrat Horst Fischer, zugleich verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion, seine kürzlich geäußerte Kritik. „Der Verkehr und der daraus folgende Lärm sind eine Zumutung, zudem ist die Situation für Senioren, Kinder und Fahrradfahrer höchst gefährlich.“

  • Rommerskirchen : Rat sendet einstimmige Resolution zur B 477n an Minister Wüst

„2016 haben wir auf allen politischen Ebenen, vom Landtag über den Kreis bis in den Rat, und gemeinsam mit den Bürgern dafür gekämpft, dass die Umgehungsstraße B477n im Bundesverkehrswegeplan in den ‚vordringlichen Bedarf‘ hochgestuft wird“, erinnert der Fraktionsvorsitzender Rainer Thiel und ergänzt: „Die Bundesregierung hat somit die Wichtigkeit des Projektes anerkannt, das vor Ort eine Entlastung in puncto Durchgangsverkehr und eine Steigerung der Verkehrssicherheit leistet.“ Über 18 Millionen Euro würden dafür vom Bund bereitgestellt. „Jetzt ist die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen an der Reihe“, so Thiel. Fischer zufolge „muss Hendrik Wüst die Wichtigkeit der Umgehungsstraße anerkennen und für eine zügige Umsetzung anstatt für die Beauftragung neuer Gutachten sorgen“.

Wüst hatte sich im Mai an die Gemeinde gewandt und für die einstimmige Resolution des Rats hinsichtlich einer zügigen Fortführung der Planung gedankt. „Mit der beabsichtigten Aufnahme der B 477 in das zukünftige Arbeitsprogramm 2019 zu unserem Masterplan kann nach jahrelangem Stillstand die Planung dieser für Rommerskirchen bedeutsamen Ortsumfahrung wieder aufgenommen werden“, heißt es in dem Schreiben. Was optimistisch stimmen könnte, wäre da nicht das von Fischer genannte Gutachten. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke schrieb kürzlich, dass der Landesbetrieb „möglicherweise schon im kommenden Jahr damit beginnen“ werde, „eine naturschutzrechtlich gebotene Aktualisierung der Planung einzuleiten“. Was nicht allein bei Rechtsamtsleiter Gregor Küpper die Alarmglocken schrillen lässt. Die Befürchtung: Dann würde die Verzögerung noch länger als das eine Jahr dauern, die die Streichung aus dem Arbeitsprogramm schon zur Konsequenz hatte.