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Rommerskirchen: Aus für die Gillbachspatzen

Rommerskirchen : Aus für die Gillbachspatzen

Den letzten Tag in der Tagesstätte "Gillbachspatzen" mochten deren Eltern nicht sang- und klanglos verstreichen lassen. Zumindest in einem Fall wird noch ein Kindergartenplatz gesucht.

Jetzt hieß es für die verbliebenen Kinder und deren Eltern endgültig Abschied zu nehmen von der Tagesstätte "Gillbachspatzen": Deren Aus hatte die Verwaltung vor mehr als zwei Jahren angekündigt, ehe der Rat dies dann Ende 2011 endgültig besiegelte. Schon zuvor waren Anmeldungen in andere Tagesstätten "umgeleitet" worden. Untauglich für die Betreuung unter Dreijähriger sei die im ersten Stock der Begegnungsstätte Alte Schule untergebrachte Tagesstätte, lautete das Argument.

Sang- und klanglos mochte der Förderverein den letzten Tag des eingruppigen Kindergartens jedoch nicht vorüber gehen lassen: Für die acht Kinder (zwei waren bereits in Urlaub), die zuletzt noch dabei waren, organisierte der Förderverein unter anderem eine Rundfahrt mit dem beliebten "Drachen-Wagen" von Artilleriechef Hans Nolden. Die Eltern nutzten die Gelegenheit, noch einmal ihren Unmut zu artikulieren. Sonja Lierenfeld, die Leiterin der "Gillbachspatzen" sowie Erzieherin Nadja Tiggelkamp, hätten in den vergangenen Jahren den Kindergarten "zu einer hervorragenden Ausbildungsstätte geformt", sagt Marcel Krug, der Vorsitzende des Fördervereins. "Die Grundschullehrer waren stets vom Wissensstand wie auch vom Sozialverhalten der ,Spatzenkinder' beeindruckt", so Krug weiter. "Umso bestürzter" haben die Eltern auf die Schließung reagiert. Die meisten Kinder besuchen nach den Ferien die Grundschule, in einzelnen Fällen werden sie ab August in die umliegenden Kindergärten gehen. "Es ist bedauerlich, dass ein bestens funktionierendes Team auseinandergerissen wird", sagt etwa Petra Quodt, die sich schon nach Bekanntwerden der Schließungspläne 2010 für den Erhalt engagiert hatte.

Rundweg sauer ist Klaus Kirschner: Der Butzheimer und seine Frau wollten ihr Kind eigentlich die "Gillbachspatzen" besuchen lassen. "Wir haben immer noch keinen Platz für unseren Sohn ", sagt Kirschner mit Blick auf das am 1. August beginnende Kindergartenjahr. Dass die Räume im ersten Stock für eine Kleinkindbetreuung nicht geeignet seien, überzeugt ihn nicht. Maria Theresia Kamp, die im Rathaus das Büro für Kinder, Jugend und Familie leitet, hatte die Schließung im Rat zudem auch mit brandschutzrechtlichen Vorgaben begründet. Wie die bisherigen Räume der "Gillbachspatzen" genutzt werden sollen, ist nach den Worten von Markus Quodt noch unklar. Der Kassierer des Fördervereins sieht die Schließung in geradezu lokalhistorischer Dimension: "Mit dem heutigen Datum endet eine über 90-jährige Bildungstradition in der Alten Schule."

(NGZ)