Rommerskirchen: Aus für die "Gillbach-Spatzen"

Rommerskirchen : Aus für die "Gillbach-Spatzen"

Im Sommer 2012 wird der eingruppige Kindergarten in der Butzheimer Begegnungsstätte geschlossen, der 2001 eingerichtet wurde. Inzwischen besteht ein Überangebot an Plätzen, zudem sei kein Raum für Kleinkinder.

Schon 2010 bestand nur noch wenig Hoffnung, jetzt steht fest: Die Kindertagesstätte "Gillbachspatzen" wird zum 31. Juli 2012 geschlossen. Wegen eines akuten Mangels an Kindergartenplätzen wurde die eigenständige Tagesstätte 2001 als "Notlösung" eingerichtet. Jetzt wird ihr das deutliche Überangebot an Kindergartenplätzen im Bereich von Butzheim bis Anstel zum Verhängnis.

Bereits im vergangenen Jahr lag die Quote bei knapp 140 Prozent. Nach der Bedarfsplanung des Kreisjugendamts wird sie bis kommenden Sommer sogar auf über 170 Prozent steigen. Schon im Mai 2010 hatte Dezernent Elmar Gasten darauf verwiesen, dass "der Klapperstorch zum Tiefflug ansetzen" müsse, um das Überangebot zu verringern.

Ein weiterer Grund für das Ende der "Gillbachspatzen" liegt darin, dass in allen Tagesstätten der Gemeinde Betreuungsplätze für unter dreijährige Kinder angeboten werden sollen. Hierfür ist die in der Begegnungsstätte Alte Schule untergebrachte Einrichtung laut Bürgermeister Albert Glöckner ungeeignet. "Wir haben die Umwandlung in eine Gruppe für Zwei- bis Sechsjährige sorgfältig geprüft", sagt Maria Theresia Kamp, Leiterin des Büros für Kinder, Jugend und Familie.

Letztlich sei dies aber nicht möglich. Abgesehen davon, dass die "Gillbachspatzen" im ersten Stock untergebracht sind, kommen Kamp zufolge noch brandschutzrechtliche Vorgaben hinzu. Auch seien die Anmeldungen für die "Gillbachspatzen" gesunken, die Prognosen für die kommenden Jahre "hätten einen wirtschaftlichen Betrieb nicht mehr gewährleisten können." Bleiben die Eltern, die sich zumindest im Frühjahr 2010 zum Teil noch vehement für den Erhalt der "Gillbachspatzen" ausgesprochen hatten. Petra Quodt hatte gemeinsam mit anderen Müttern hierfür geworben.

Viele Eltern hätten sich "bewusst für die besondere Qualität der ,Gillbach-Spatzen' entschieden", sagte die Butzheimer seinerzeit. Genutzt hat das im Zuge der 2010 begangenen Zehn-Jahrfeier entfachte Engagement nicht. Akut von der Schließung betroffen sein werden 2012 nur noch fünf Kinder. Sechs der zurzeit elf Jungen und Mädchen werden dann eingeschult.

"Die Eltern sind alle informiert", sagt Gasten. Die fünf Kinder, die wechseln müssen, stammen aus Rommerskirchen, wobei ihre Eltern sie in der benachbarten Kita "Pusteblume" in Frixheim angemeldet haben. Auf den Umzug vorbereitet werden die letzten "Gillbach-Spatzen" ab Frühjahr mit Besuchen im neuen Kindergarten.

(NGZ/rl)
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