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Rommerskirchen: Auch Läden sollen barrierefrei werden

Rommerskirchen : Auch Läden sollen barrierefrei werden

Wirtschaftsförderin Bele Hoppe hat mit einigen Netzwerkern Kriterien für Einzelhandelsgeschäfte ausgearbeitet.

Nicht allein für Magdalene Dubiel (SPD) gibt es in puncto Barrierefreiheit noch einigen Nachbesserungsbedarf in Rommerskirchen: Ihr zufolge wäre die Gemeinde "gut beraten, mehr zu tun", wie sie im November 2014 im Wirtschaftsausschuss sagte. Der hatte seinerzeit auf Antrag der SPD einstimmig beschlossen, zu überprüfen, inwieweit öffentliche Gebäude tatsächlich als barrierefrei gelten können.

Wirtschaftsförderin Bele Hoppe will im Februar in Frage kommende Unternehmen anschreiben und eine Reihe von ihnen auch selbst aufsuchen. "Ich hoffe auf große Rückmeldung und gehe erst mal dahin, wo eine große Kundenfrequenz ist", sagt sie.

Gemeinsam mit einigen Mitgliedern des Seniorennetzwerks 55 plus hat sie einen stattlichen Katalog erarbeitet: 54 Fragen sind dabei zusammengekommen, die sich mit der Erreichbarkeit, der Servicequalität und Sortimentsgestaltung sowie manch anderen Kriterien für eine wirkliche Barrierefreiheit beschäftigen. Dabei geht es Bele Hoppe zufolge "nicht darum, sie den Unternehmen aufs Auge zu drücken". Schließlich stehen auch keineswegs durchweg mehr oder weniger kostspielige Umbaumaßnahmen im Mittelpunkt, die ohnehin nur auf freiwilliger Basis erfolgen könnten. Selbst ebenerdig liegende und auch für Menschen mit Handicap bestens erreichbare Geschäfte haben insoweit noch Luft nach oben, als leicht umsetzbare Verbesserungen möglich sind. Durch eine weniger enge Postierung von Verkaufsregalen etwa könnten sich auf Rollstuhl oder Rollator angewiesene Menschen wesentlich leichter in solchen Geschäften orientieren.

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Einzelhändler, die bei der Aktion mitmachen, sollen belohnt werden: Bele Hoppe verweist einerseits auf das in NRW vom Einzelhandelsverband vergebene Zertifikat des "Generationenfreundlichen Einkaufens" und arbeitet zugleich an einem eigenen Zertifikat der Gemeinde. Der Entwurf für ein Logo lautet "Barrierefreie Gemeinde Rommerskirchen". Barrierefreiheit wird indes nur ein Ausschnitt aus dem Tätigkeitsbereich eines Inklusionsbeauftragten sein. Dessen (oder deren) Ernennung hatte Bürgermeister Martin Mertens 2014 für das kommende Frühjahr angekündigt.

Heutzutage ist das Thema Barrierefreiheit in aller Munde. Die Gemeinde war in dieser Hinsicht freilich der Zeit bereits voraus, als es den Begriff offiziell noch gar nicht gab. Schon 1988 nämlich hatte sie nach den Worten von Verwaltungssprecher Elmar Gasten den Antrag gestellt, den Aufgang zum Historischen Rathaus an der Bahnstraße behindertengerecht umzugestalten. In den mehr als zweieinhalb Jahrzehnten seither gab es entsprechende Umbaumaßnahmen an zahlreichen öffentlichen Gebäuden.

(S.M.)