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Rommerskirchen: Archäologische Funde nicht ausgestellt

Rommerskirchen : Archäologische Funde nicht ausgestellt

Eine dauerhafte Präsentation archäologischer Funde wird es nicht geben. Politiker schrecken vor hohen Kosten zurück.

Dass die Gemeinde eine Fundgrube für Archäologen ist, hat sich 2013 und 2014 bei Grabungen im Bereich des Baugebiets Gillbachstraße und im Gewerbepark V wieder eindrucksvoll bestätigt. Vom guten Ruf bei Archäologen und Historikern abgesehen, hat die Gemeinde davon allerdings nicht viel - außer den Kosten, die allein im vergangenen Jahrzehnt bei 2,5 Millionen Euro lagen.

Eine dauerhafte Präsentation von Fundstücken - etwa im Kreiskulturzentrum Sinsteden - wird es jedenfalls nicht geben. Nachdem die Verwaltung auf Initiative der CDU schon Anfang 2014 einen entsprechenden Prüfauftrag erhalten hatte, verabschiedete sich der Rat in seiner letzten Sitzung 2014 von derlei Ambitionen - womöglich für sehr lange Zeit. Die Kosten und der sonstige Aufwand erschienen den Kommunalpolitikern letztlich doch zu abschreckend.

Professor Michael Schmauder vom Landesmuseum Bonn sähe eine Präsentation archäologischer Funde nahe ihres Fundorts im Prinzip positiv. In einem Schreiben an die Gemeinde verweist er darauf, dass seit Juli 2008 "zwei ausgesprochen reich ausgestattete römische Sarkophage und die Funde eines römischen bustums (Brandgrabstelle), die im Jahr 2005 geborgen wurden" im Kulturzentrum ausgestellt werden. Wenig Hoffnung macht Professor Schmauder den Politikern indes, was Präsentationen angeht, die die fränkischen Gräber betreffen, die von 2005 bis 2007 ausgegraben wurden.

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Die damals gemachten Funde "befinden sich bereits seit der Grabungsphase sowohl in konservatorischer als auch restauratorischer Bearbeitung", heißt es in seinem Schreiben an die Gemeinde. Dafür seien "jährlich erhebliche Finanzmittel" nötig. Ziel ist es Michael Schmauder zufolge, "die Objekte vor allem langfristig zu sichern und für die wissenschaftliche Auswertung zu bearbeiten." Eine seit 2012 laufende Dissertation zur Auswertung des Gräberfelds werde noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen.

Gerade frühmittelalterliche Fundstücke mit ihrem hohen Anteil an Metallobjekten erforderten jedoch "ganz besondere klimatische Rahmenbedingungen", so Schmauder. Ausgestellt werden könnten sie "nur in klimakonditionierten Vitrinen mit einer möglichst niedrigen Luftfeuchte bei gleichfalls möglichst stabiler Raumtemperatur", schreibt der Gelehrte. Der entsprechende Stückpreis in Höhe von 5000 bis 10.000 Euro pro Vitrine ernüchterte die Politiker.

Auch 2015 ist wieder mit archäologischen Funden zu rechnen, wenn die unmittelbar an das Gebiet Gillbachstraße angrenzenden Flächen "baureif" gemacht werden. Überreste von der Jungsteinzeit bis zur römischen Besiedlung sind inzwischen längst die Regel, wenn in der Gemeinde gegraben wird: 2013 entdeckten die Archäologen zudem Überreste des fränkischen Dorfs, zu dem einige hundert Frankengräber gehörten, die im vergangenen Jahrzehnt ausgegraben wurden. Außerdem konnten die Experten damals womöglich den schon im späteren Mittelalter "verschollenen" Ort Gorchheim ausmachen, nach dem die Gemeinde inzwischen eine Straße benannt hat.

(NGZ)