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Rommerskirchen: Arbeitsschutz beim Gartenbauer

Rommerskirchen : Arbeitsschutz beim Gartenbauer

Als zweiter Betrieb im Rheinland überhaupt erhielt der Garten- und Landschaftsbau Haesters ein Sicherheitszertifikat für sein Arbeitsschutzmanagement. Darauf hat Kooperationspartner RWE gedrängt.

Keinen alltäglichen Grund zum Feiern gab es jetzt beim Garten- und Landschaftsbau von Heinrich Haesters: Als 165. Betrieb bundesweit hat sich das Unternehmen bei der Garten-Baugenossenschaft um eine Zertifizierung in Sachen Arbeitsschutz beworben. Als zehntes in Deutschland und als zweites Unternehmen im Rheinland hat es der Rommerskirchener Betrieb geschafft.

"Im Gartenbau gibt es jährlich 44000 Arbeitsunfälle — wir wollen ran an diese Wahnsinnszahl", beschrieb Torsten Papke, Gutachter der Berufsgenossenschaft, anlässlich der Verleihung der Urkunde an Heinrich Haesters die mit dem forcierten Arbeitssicherheitsmanagement (ASM) verbundene Zielsetzung. "Gut ein Jahr lang hat es gedauert", sagt Silvia Esser, die Bürochefin des Betriebs, die maßgeblich an der Erstellung des nötigen Handbuchs für einen verbesserten Arbeitsschutz beteiligt war. "Es sind jeweils spezifische Gefährdungen zu bewerten", erklärt sie. Ob es nun ums bloße Rasenmähen geht, oder um Fälle, wo Schutzkleidung oder Helme getragen werden müssen, alles ist in dem Handbuch geregelt.

Was Papke besonders imponiert: Garten- und Landschaftsbau Haesters habe sich nicht an Beispielen anderer Betriebe orientiert. Selbst bei noch so gut bewerteten Handbüchern nutze ein bloßes Kopieren nicht viel. "Nötig ist vielmehr ein Maßanzug für die jeweilige Firma", sagt der Gutachter. "Jeder Mitarbeiter soll seinen Arbeitsplatz gesund wieder verlassen", beschreibt Firmenchef Haesters sein Ziel.

Das ihm jetzt von Torsten Papke und Frank Peters von der Berufsgenossenschaft verliehene Zertifikat ist auf drei Jahre befristet "und muss ständig aktualisiert werden", erläutert Esser. Fortbildungsmaßnahmen sind ebenso nötig wie arbeitsmedizinische Untersuchungen, bei denen sie mit dem Neusser Arzt Manfred Gedik vom Lukaskrankenhaus zusammenarbeiten. "Wir sind stolz darauf, dass der Betrieb einer der wenigen in Deutschland ist, die dieses Zertifikat erlangt haben", würdigte Bürgermeister Albert Glöckner Heinrich Haesters.

RWE drängt seine Geschäftspartner zu höheren Sicherheitsstandards. Im konkreten Fall war es "unsere Einkaufsabteilung", wie Wolfgang Schwab von RWE Power sagt. Mit Heinrichs Haesters verbindet den Energieriesen nach Schwabs Worten seit fast zwei Jahrzehnten "eine ausgezeichnete Zusammenarbeit — immerhin ist er ja ein alter Rheinbrauner." Haesters arbeitet für die RWE-Töchter Power und Service. Bei RWE Power umfasst sein Wirkungsbereich das "klassische Tagebaugebiet" des Rheinischen Reviers von Niederaußem bis Weisweiler, Hambach und Düren. Insgesamt bearbeitet Haesters nach Schwabs Worten allein für RWE Power eine Rasenfläche von 400 000 Quadratmetern.

(NGZ/ac)