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Rommerskirchen: Anwohner kritisieren Verkehrsbelastung

Rommerskirchen : Anwohner kritisieren Verkehrsbelastung

Ein geplanter Wendehammer am Heimchesweg reicht nicht aus, um den Ärger zu mildern. Ein Wasserrohrbruch gibt dem Unmut der Nachbarn weitere Nahrung. Sie fürchten, für die Zerstörung ihrer Straße aufkommen zu müssen.

Auch wenn Josef Weyrauch die Rolle des Einzelkämpfers nichts ausmacht: Etliche seiner Nachbarn am Heimchesweg wollen ihn mit seiner Kritik am deutlich gestiegenen landwirtschaftlichen Verkehr nicht allein auf weiter Flur lassen. Dies gilt etwa für Jörg Eichas: Der Inhaber des Getränkehandels Eichas hat Mitte April kleinere Risse an einer der Straße zugewandten Mauer einer Lagerhalle entdeckt, die sich seither deutlich vergrößern, während das Gemäuer abgesackt ist.

Eichas führt dies auf einen Wasserrohrbruch im Straßenbereich zurück, den die Kreiswerke Grevenbroich vor gut zweieinhalb Wochen behoben haben. Die Frage, ob der Rohrbruch für den Schaden am Gemäuer ursächlich ist, ist für Eichas eigentlich beantwortet. Ein Mitarbeiter der Kreiswerke habe eine Kausalität zunächst verneint, nicht aber ein von den Kreiswerken selbst bestellter Gutachter: "Er hat ganz klar gesagt, dass der Rohrbruch die Ursache ist", sagt Jörg Eichas. Jürgen Lambertz, bei den Kreiswerken für Bau- und Planungsfragen zuständig, zeigt sich zurückhaltender, schließt eine Verantwortung der Kreiswerke jedoch nicht völlig aus. "Für den Fall, dass der Schaden in unserer Verantwortung liegt, haben wir unsere Versicherung informiert."

Zugleich ergibt sich jedoch eine zweite Kausalitätsfrage, nämlich die, woher der Bruch des Wasserrohrs rührt. Nicht allein für Jörg Eichas und Josef Weyrauch gibt es wenig bis gar keine Zweifel daran, dass hierfür die stärkere Belastung der Straße durch Traktoren und insbesondere Lastwagen ursächlich ist, Zum Schadensbild bei dem inzwischen behobene Rohrschaden habe unter anderem eine gelockerte Rohrmuffe gezählt, nur eines von mehreren Indizien, die auch für andere Nachbarn wie Thomas Wilke und Thomas Fühser den Schluss nahelegt, dass hier die stärkere Belastung der Straße eine Rolle spielt. Außer Frage steht zwischen Anwohnern, Landwirten und der Gemeinde, dass sich die verschärfte Situation erst nach dem Abriss der einstigen RWE-Brücke ergeben habe.

Dass noch vor der herbstlichen Rübenernte ein Wendehammer im verlängerten Heimchesweg angelegt werden soll, ist für die Kritiker keine Lösung. Das von Weyrauch und seinen Nachbarn befürchtete Szenario: Während ein Lastwagen wende, stünden bereits mehrere andere im Heimchesweg Schlange, darauf wartend, selbst an die Reihe zu kommen.

Was die Nachbarn eint, ist die Befürchtung, über kurz oder lang erneut Anliegerbeiträge für eine etwaige Erneuerung von Gehwegen und/oder der Straße zahlen zu müssen. Bereits in der Vergangenheit seien schon einmal innerhalb eher kurzer Zeit zwei Mal derartige Beiträge fällig geworden. Auch der viele Stunden anhaltende Gestank beim Umladen von Gülle an der Ecke zum Ahornweg ist ein bleibender Stein des Anstoßes für nicht wenige Anwohner.

(NGZ)