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Rommerskirchen: Anwohner klagen gegen neuen Spielplatz

Rommerskirchen : Anwohner klagen gegen neuen Spielplatz

Netzwerk wendet sich gegen den Spielplatz neben der Frixheimer Grundschule und dem Kindergarten "Pusteblume".

Bei der Verwaltung und im Rat konnten sie kein Gehör finden. Die Politiker hatten im Juli einstimmig für den Ende September fertiggestellten "Sparkassen-Spielplatz" gestimmt. Jetzt haben Anwohner ein "Netzwerk Pfarrer-Brendgen-Straße" gegründet, um den Platz bald schließen zu lassen. Rechtsanwalt Heinz Spelthahn, der einen der Netzwerker vertritt, wendet sich "gegen die wenig vornehme Art der Gemeinde Rommerskirchen, ihre rund 6000 Quadratmeter große Chill- und Freizeitanlage als ,Kinderspielplatz' durchzuboxen". Beim Verwaltungsgericht Düsseldorf hat er eine einstweilige Verfügung beantragt, den Betrieb auf dem Platz einzustellen. Zudem klagt er gegen den Bebauungsplan und die vom Rhein-Kreis Neuss erteilte Baugenehmigung. Mit dem Platz werde gegen Baurecht und Lärmschutz verstoßen, so der Verwaltungsjurist. "Lärm wird oft nicht als Problem wahrgenommen. Lärm ist Stress. Man sollte ihn vermeiden, wo immer es geht", sagt er.

Mit dem Hauptverfahren, in dem endgültig über das Schicksal des Platzes entschieden würde, rechnet Heinz Spelthahn in diesem Jahr nicht mehr. "Es gibt keine positive Entscheidung für Rommerskirchen", beschreibt der frühere Jüchener Gemeindedirektor den aktuellen Stand der Dinge. Spelthahns Auffassung nach "wehren sich die Neubürger zurecht, die die Gemeinde Rommerskirchen in ihre Grenzen gelockt hat mit dem Versprechen vom ,ruhigen Landleben'. Für mich ist es widersprüchlich, erst Bürger aufs Land zu locken und ihnen dann — statt wie im Bebauungsplan NB 15 zugesagt, den alten Bolzplatz zu entfernen — eine neue riesige Freizeitanlage vor die Nase zu setzen", so Spelthahn. Die Neubürger hätten kurz nach dem 2012 erfolgten Kauf ihrer Grundstücke aus der NGZ von dem Sparkassen-Projekt erfahren.

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Wie es in einer Erklärung des Anwohner-Netzwerks heißt, "wurde den Interessenten in den Verkaufsgesprächen versichert, dass der Platz nicht bebaut würde. In den Notarverträgen wurde sogar festgehalten, dass aus immissionsschutzrechtlichen Gründen die bestehenden Sportanlagen auf der Fläche aufgegeben werden. So haben die Anwohner, welche selbst Kinder haben und das Sparkassen-Projekt befürworten, das Gespräch mit den Jugendlichen und der Gemeinde gesucht". Nach einem ersten Gespräch im April habe "eine Kompromisslösung für alle Beteiligten gefunden werden" können. Umso erstaunter seien die Anwohner über die Ratsvorlage vom 18. Juli gewesen, "wo ein völlig neuer Plan vorgelegt wurde". Die Aussage, der Plan sei mit ihnen abgestimmt worden, sei falsch. Laut Rathaussprecher Elmar Gasten ist die Gemeinde — im Einklang mit dem Kreis — der Auffassung, nach Recht und Gesetz gehandelt zu haben: "Das sieht das Gericht wohl auch so, da es dem Antrag auf Baustopp nicht gefolgt ist." Für Gasten entbehrt der Vorwurf, die Anwohner seien unter falschen Versprechungen ,angelockt´ worden, jeder Grundlage. Der Spielplatz werde freudig angenommen. "Jeder kann sehen, wie maßlos die Vorwürfe des Anwalts von Teilen der Anwohnerschaft sind", sagt Gasten.

(NGZ)