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Rommerskirchen: Ansturm auf Baugrundstücke

Rommerskirchen : Ansturm auf Baugrundstücke

Um sich eines der 18 Grundstücke im neuen Baugebiet "Nettesheimer Weg Nord" zu sichern, sind manche Rommerskirchener bereits nachts im Rathaus erschienen. Es sind die letzten freien Grundstücke im Ortskern.

Die ersten waren bereits zu nachtschlafender Zeit angerückt, um nicht das Nachsehen zu haben: Um vier Uhr morgens standen Bürger im Rathaus auf der Matte, um sich eines der Grundstücke im neuen Baugebiet Nettesheimer Weg Nord zu sichern — wozu sie de facto erst ab neun Uhr Gelegenheit hatten. "Manche haben sich auch abgewechselt", sagt Rathaussprecher Elmar Gasten. Die Wartenden wurden mit Mineralwasser versorgt.

"Natürlich ist das für die Leute nicht angenehm. Es war auch für uns überraschend, dass es eine derart hohe Nachfrage gegeben hat", erzählt Gasten. Dass Leute zwecks Grunderwerbs mitten in der Nacht vor der Rathaustür standen, hat es nach seinen Worten seit etlichen Jahren nicht mehr gegeben. " Schon bevor der Bebauungsplan rechtskräftig wurde", habe die Verwaltung "ein hohes Interesse" an den neuen Baumöglichkeiten registriert, so Gasten.

Eine Erklärung für den Ansturm dürfte laut Elmar Gasten die Tatsache sein, "dass diese die einzigen Grundstücke sind, die wir derzeit im Ortskern noch anbieten können." 14 der 18 zur Verfügung stehenden Grundstücke sind inzwischen reserviert, wobei für den "Run" auf die Bauflächen insbesondere Einheimische verantwortlich waren: Die haben nach den Vergaberichtlinien der Gemeinde das erste Zugriffsrecht und können schon eine Woche vor auswärtig wohnenden Interessenten ihre Grundstücke reservieren lassen.

Gute Karten haben nach den Richtlinien vor allem junge Familien mit Kindern. Für Elmar Gasten ist dies ein weiterer Faktor, der den Ansturm erklären mag: Sowohl die Gillbachschule als auch die Sportanlagen liegen in unmittelbarer Nachbarschaft des neuen Baugebiets, das sich unmittelbar gegenüber dem Caritashaus St. Elisabeth befindet. Die Grundstücke sind im Durchschnitt etwa 400 Quadratmeter groß.

Nachdem der Rat Ende August den Bebauungsplan verabschiedete und damit Baurecht geschaffen hat, wird es bis zum ersten Spatenstich nicht mehr lange dauern: "Der Auftrag für die Erschließung ist raus", sagt Elmar Gasten. Laut Baudezernent Hans-Josef Schneider ist "in Kürze" damit zu rechnen, dass die Erschließungsstraße gebaut wird. Mit langwierigen Verzögerungen ist bei der Bebauung wohl nicht zu rechnen. Immerhin ist die Umgebung diesbezüglich sehr "sensibel", wurden hier doch zwischen 2005 und 2007 mehrere hundert fränkische Gräber entdeckt. Dafür, dass die Gräberfelder sich auch in Richtung des jetzigen Baugebiets fortsetzen könnten, gibt es bislang keine Hinweise.

(NGZ/rl)