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Anstel Krach um Förderung für Schützenhalle

Kreis-SPD hat Antrag gestellt : Kreis gibt kein Geld für Schützenhalle

Politiker lehnen Antrag der SPD-Fraktion im Kreisauschuss am Mittwoch, die Ansteler Bruderschaft finanziell bei den Baumaßnahmen in ihrer Halle zu unterstützen, mehrheitlich ab. Das sei keine Aufgabe des Kreises.

Von einem „angemessenen Betrag“ war die Rede. Näher definiert war der nicht. Doch das war nicht der eigentliche Stein des Anstoßes beim Antrag der SPD-Fraktion in der Sitzung des Kreisausschusses am Mittwoch. Denn die wollte Zustimmung dafür, dem Kreistag zu empfehlen aus den laufenden Haushaltsmitteln die im Antrag angeführten Baumaßnahmen an der Schützenhalle in Anstel zu bezuschussen. Das begründete Horst Fischer (SPD) unter anderem damit, dass die Halle, die die Bruderschaft 1984 in Eigenleistung errichtet hatte, das Zentrum des Vereinslebens im Ort darstelle. Denn sie werde von Karnevalsvereinen, Tanzgruppen, Gymnastikgruppen und anderen unentgeltlich genutzt.

Der Antrag sorgte für reichlich Diskussionsstoff, im Kern standen die Fragen, wo das hinführe, wenn der Ausschuss zustimme, wie viele Vereine dann noch um Hilfe bäten und letztendlich: Woher soll der Kreis das Geld nehmen? „Wir tun viel, wir versuchen Lösungen zu finden, wenn es Engpässe gibt. Doch das ist ein Fass ohne Boden“, sagte Dieter Welsink, CDU-Fraktionsvorsitzender. Und: „Das ist kein Thema des Kreises, sondern der Gemeinde.“ Deutliche Worte fand auch Gert Ammermann (CDU): „Eine Gemeinde, die sich anschickt, Kontakte nach China aufzunehmen, sollte auch in der Lage sein, das selbst zu stemmen.“ Und auch Dirk Rosellen, Fraktionsvorsitzender der FDP, sagte, dass seine Partei den Antrag ablehnen werde. Denn: „Eine Zustimmung hätte unmittelbar Auswirkung auf die Kreisumlage.“

Einen Verein zu fördern, sei gegen das Recht der Gleichbehandlung“, betonte Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. „Wenn wir aber alle gleich behandeln wollen, dann hätten wir ein großes Loch im Haushalt“, fuhr er fort. Die Reaktionen auf den Antrag seiner Partei, gefielen SPD-Fraktionsvorsitzendem Rainer Thiel nicht. „Sie zeigen dem Verein, der so viel wertvolle Arbeit leistet, die kalte Schulter.“ Er erklärte sich bereit, den Antrag zurückzuziehen, wenn es denn besser wäre, dass die Ansteler Bruderschaft ihn selber stelle. Doch den Ausschussmitgliedern ging es grundsätzlich darum, festzustellen, dass die Förderung der Vereinsarbeit nicht Aufgabe des Kreises sei – und so lehnten sie den Antrag ab. Kurz danach wurde aber ein anderer mehrheitlich verabschiedet, den Carsten Thiel (UWG) spontan stellte, nämlich, die Verwaltung zu beauftragen, mit den Bürgermeistern der Städte und Gemeinden des Rhein-Kreises über die Einführung eines „Brennpunkt-Topfes“, wie er ihn nannte zu reden, der mit einer Summe „x“ aus der Kreisumlage finanziert werden solle, um eben solche Vereinsprojekte zu unterstützen. Das wird Petrauschke Anfang November, wenn die Haushaltsberatungen starten, machen.

Die Förderung der Halle aus Kreismitteln hatte zuvor auch der Rommerskirchener CDU-Chef Michael Willmann abgelehnt. „Den Rhein-Kreis Neuss als übergeordnete Kommune hierbei ins Spiel zu bringen, ist plumpe politische Absicht und Partei-Kalkül, da er einfach nicht zuständig ist“, heißt es. Willmann verweist auf die gängige Förderpraxis durch die Bezirkskonferenzen. Willmann weiter: „Da der aktuelle Bürgermeister Mertens dieses Vorgehen initiiert hat, sorgt er damit nicht nur für noch mehr Politikverdrossenheit und Vertrauensverlust, sondern entzieht sich auch seiner Verantwortung gegenüber den hiesigen Vereinen, meint Willmann.