1. NRW
  2. Städte
  3. Rommerskirchen

Rommerskirchen: Amprion stellt sich Konverter-Gegnern

Rommerskirchen : Amprion stellt sich Konverter-Gegnern

Info-Treff von Amprion lockt viele Bürger nach Widdeshoven. Angst vor einem Konverter-Standort Gohr bleibt.

Zwar wird der geplante Stromkonverter der Firma Amprion nicht in der Gemeinde errichtet, das Interesse an Informationen ist indes auch dort unvermindert groß. Die zeigte das nach Straberg im Dezember und Gohr Anfang Februar dritte Info-Treffen, zu dem Amprion dieses Mal in die Widdeshovener Festhalle geladen hatte. Auch dort tummelten sich zunächst mehrere hundert Besucher, denen ein gutes Dutzend Amprion-Mitarbeiter Rede und Antwort stand.

Zumindest die nördlichen Teile der Gemeinde liegen zum Teil nahe an einem potenziellen Konverter-Standort in Gohr. Die örtliche Bürgerinitiative "Contra Konverter" hat sich schon früh dafür ausgesprochen, den Konverter in Kaarst und nicht in Gohr zu errichten. BI-Sprecher Peter Mertens bekräftigte jetzt diesen Standpunkt. Vom guten Besuch zeigte er sich "nicht überrascht" und betonte, dass es "zu Kaarst keine Alternative gibt".

Auch die Untätigkeitsklage des Kiesunternehmens ACL gegen den Rhein-Kreis Neuss spielte eine Rolle. Auf die Frage, ob damit die Verhandlungen über einen Kauf der Kaarster Dreiecksfläche durch Amprion womöglich gescheitert sein könnten, oder ob das Unternehmen pokere, um den Preis in die Höhe zu treiben, mochte Thomas Wiede, Leiter der Unternehmenskommunikation bei Amprion, nur eingeschränkt beantworten: "Es gibt konstruktive Gespräche mit den Eigentümern, wobei wir über deren Verlauf Vertraulichkeit vereinbart haben", so der Amprion-Sprecher.

  • Blick von der Haberlandstraße auf das
    Wohnen in Dormagen : Bürger reden bei Mega-Baugebiet mit
  • So starteten Ulrike und Marcel Seeger
    TV-Konditor Marcel Seeger aus Lobberich : 125 Jahre Café Seeger und zehn Jahre „Eis am Kreis“
  • Dieses Bild hat unser Fotograf Markus
    Bürger kommen kaum noch mit : Neue Corona-Regeln sorgen für Verwirrung im Kreis Kleve

Im Rahmen der Untätigkeitsklage, mit der der Kreis zu einer Entscheidung gezwungen werden soll, ob er den Kiesabbau in Kaarst zulässt, hat das Verwaltungsgericht Düsseldorf dem Kreis derweil eine Frist zur Stellungnahme gesetzt. Noch liege kein Bescheid in Bezug auf die Auskiesung der als Konverterstandort favorisierten Kaarster Dreiecksfläche vor, sagte eine Gerichtssprecherin auf Anfrage unserer Zeitung. Der Kreis müsse zunächst begründen, warum das nicht der Fall ist. Grundsätzlich, so die Sprecherin, würden Untätigkeitsklagen vom Gericht aber zügig behandelt.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Rainer Thiel begrüßte die konstruktiven Gespräche von Amprion mit dem Kiesunternehmen. Von großem Interesse für die Bürger sei der bei dem Info-Treff aufgezeigte Verfahrensweg hin zur Genehmigung, lobte Thiel. Hier gibt es jedoch Meinungsunterschiede: "Wir erwarten, dass Amprion das Zielabweichungsverfahren auf den Weg bringt", meinte Thiel. Demgegenüber sagte Wiede, dass das Zielabweichungsverfahren erst in Gang gesetzt werden könne, wenn das Planfeststellungsverfahren laufe - was erst 2016 nach erfolgter Standortwahl erfolgen könne. CDU-Chef Michael Willmann empfand die Infopolitik von Amprion als positiv. Dennoch: "Die Leute sind mit Ängsten gekommen und mit Ängsten gegangen", so Willmann. Er sprach sich für einen Standort weder in Rommerskirchen noch Gohr aus.

Bürgermeister Martin Mertens erinnerte daran, dass es in der Bürgermeisterkonferenz stets Konsens gewesen sei, dass der Standort mit dem größtmöglichen Abstand zur nächstgelegenen Wohnbebauung der geeigneteste sei.

(NGZ)