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Rommerskirchen: Amprion-Pläne nicht bekannt

Rommerskirchen : Amprion-Pläne nicht bekannt

Der Meerbuscher Stadtrat hat einen Konverter einstimmig abgelehnt. In der Diskussion wurde Rommerskirchen als möglicher Alternativstandort genannt. Bürgermeister Göckner zufolge liegt der Gemeinde keine Anfrage vor.

Der Stadtrat von Meerbusch hat vergangene Woche einstimmig das Projekt der RWE-Tochter Amprion abgelehnt, im Stadtteil Osterath einen Doppelkonverter zu errichten. Amprion wird aufgefordert, neben anderen Technologien auch weitere Standorte zu prüfen. In der hitzigen Diskussion spielte auch Rommerskirchen eine Rolle: Die Gemeinde wurde mehrfach als mögliche Alternative zu Osterath genannt.

Einer Untersuchung von Amprion zufolge rangiere Rommerskirchen hinter Osterath auf Platz zwei der in Frage kommenden Standorte. Bürgermeister Albert Glöckner ist davon überrascht: "Der Gemeinde liegt weder ein Antrag noch eine Anfrage zur Errichtung einer derartigen Anlage vor" lautet seine erste Reaktion. Amprion habe zuletzt im Mai der Gemeinde schriftlich mitgeteilt, "dass eine Erweiterung des einzigen Umspannwerks im Gemeindegebiet nicht geplant ist." Dabei handelt es sich um das Umspannwerk Gohrpunkt, das je zur Hälfte auf Dormagener und Rommerskirchener Gebiet liegt.

Das Umspannwerk Rommerskirchen befindet sich ungeachtet seiner Bezeichnung in Bergheim-Büsdorf. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke hat mit Blick auf einen möglichen Standort Osterath insbesondere das von Amprion eingeschlagene Verfahren kritisiert, das allgemein als undurchsichtig empfunden wurde. "Es steht ja noch gar nicht fest, ob wir vier oder nur zwei ,Stromautobahnen' brauchen. Wenn es nur zwei sind, dann sind wir gar nicht betroffen", erklärte Petrauschke gestern. Was einen Alternativstandort angeht, ist nach seiner Kenntnis bislang das Kraftwerk Frimmersdorf genannt worden, "und das liegt ja nun noch nicht in Rommerskirchen", so der Landrat.

Das 390 Millionen Euro schwere Konverterprojekt dient nach Angaben von Amprion der sicheren Stromversorgung im Zuge der für 2019 erwarteten Abschaltung dreier Kernkraftwerke. Amprion zufolge seien auch Gohr und Rommerskirchen geprüft worden, wobei Osterath sich als der am besten geeignete Standort erwiesen habe. Wie ein Vertreter der Bundesnetzagentur in Meerbusch erklärte, will diese sowohl Osterath als auch mögliche Alternativen genau untersuchen.

Kontakt mit Amprion hatte die Gemeinde zuletzt im Sommer: Damals hatte der Rat ungeachtet mancher Bedenken gebilligt, dass eine von Osterath ausgehende, 380 Kilovolt starke Höchstspannungsleitung das Gemeindegebiet passieren kann. Dies soll auf einer Strecke von etwas über sieben Kilometern geschehen, wobei 19 Strommasten errichtet werden. Von der Gemeinde als Standort für einen Konverter war auch seitens der Amprion-Vertreter keine Rede gewesen.

(NGZ)