Rommerskirchen: Alpaka-Fohlen Hugo ist ein Blickfang

Rommerskirchen : Alpaka-Fohlen Hugo ist ein Blickfang

Beim gestrigen Sommerfest auf dem Neu-Hövelerhof bestaunten die Besucher auch die Alpakas. Der Aufbau einer Herde gestaltet sich schwieriger als zunächst angenommen. Die Tiere sollen auch im Reitbetrieb eingesetzt werden.

Für Autofahrer, die die B 477 zwischen Anstel und Gohr benutzen, sind die drei Alpakas unweit der Landstraße fast schon ein vertrauter Anblick: Seit einigen Wochen jedoch ist Neuzugang "Hugo" der unbestrittene Star unter den seit zweieinhalb Jahren auf dem Neu-Hövelerhof lebenden Kamelen, die ursprünglich aus den Anden stammen.

"Manche Autofahrer halten sogar an, um ihn sich genauer anzusehen", sagt Günter Klomfaß, der seit drei Jahren Eigentümer des historischen Gutshofs aus dem 19. Jahrhundert ist. Gestern war das Publikum sogar noch größer. Gut 400 Besucher kamen zum Sommerfest auf den Neu-Hövelerhof und bestaunten dabei natürlich auch die Alpakas. So sehr er sich über das erste auf dem Neu-Hövelerhof geborene Fohlen freut, "geht es langsamer als gedacht", sagt Günter Klomfaß. Mit der bisherigen Erfolgsquote ist er nicht recht zufrieden.

Alle drei Zuchtstuten nämlich waren trächtig, tatsächlich Nachwuchs bekommen hat letztlich aber nur eine. Auch der geplante Aufbau einer Herde verzögert sich: "Das große Problem ist, die Tiere in Deutschland zu beziehen", so Klomfaß. 15 Alpakas hatte er im Frühjahr in Irland gekauft, das so etwas wie die "Europa-Zentrale" für Alpakas ist. Doch trotz einer Anzahlung sind die Anden-Kamele nie in Deutschland angekommen: Das Geld schreibt Klomfaß als "Lehrgeld" ab. Ungeachtet aller Widrigkeiten hält er jedoch an seinem Plan fest, auf dem Reiterhof mit 20 Pferden auch Alpakas heimisch zu machen. Die haben einen zweifachen Nutzen: So genannte "Angstkinder" können leichter an die Pferde herangeführt werden und auch für die therapeutische Arbeit mit schwerstbehinderten Kinder sind die Alpakas besonders gut geeignet. Nicht zuletzt sind es jedoch ökonomische Gründe, die Günter Klomfaß dazu gebracht haben, auf Alpakas zu setzen. Deren Wolle ist begehrt und wird gut bezahlt.

Zumindest ein Anfang ist gemacht: "Der erste Pullover ist gestrickt", sagt er. Für die drei Zuchtstuten steht der nächste Anlauf in punkto Nachwuchs bevor: "Im Sommer geht es weiter", sagt Klomfaß. Dann wird das Trio erneut einem Hengst im Bergischen zugeführt. Beim gestrigen Sommerfest wartete auf die Gäste ein üppiges Programm: 25 verschiedene Angebote erfreuten sich großen Zuspruchs, ob es nun um den "Tanz der Vampire", das obligatorische Ponyreiten oder auch das Halsreifenreiten ging.

Nachdem die "Reiter-Weihnacht" im Dezember 2012 fast die Kapazitätsgrenzen gesprengt hatte, "haben wir diesmal keine Werbung gemacht und wollten es extra klein fahren", sagt Günter Klomfaß. Er und seine Frau Evelyn sind ihrem Ziel, aus dem Neu-Hövelerhof eine hochkarätige Pferdepension zu machen, schon ein gutes Stück nähergekommen. "Sie wollte immer etwas mit Pferden machen und ich wollte immer Landwirt sein", erzählt Günter Klomfaß, der ebenso wie seine Frau "nebenbei" nach wie vor anderweitig berufstätig ist.

Seit der Reit-Fahr- und Voltigierverein Pferdesportfreunde Gillbach im Mai 2010 hier heimisch wurde, zeigt die Erfolgskurve jedenfalls steil nach oben: Die Zahl von 300 Mitgliedern hat sich seither auf 600 verdoppelt. Auch künftig soll es bei 20 Pferden bleiben. Zwölf ausgebildeten Trainern stehen weitere Nachwuchskräfte als Betreuer zur Seite. Auf dem Hof selbst sind mittlerweile sechs neue Arbeitsplätze entstanden.

(NGZ)
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