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Rommerskirchen: 800 Jahre Gill

Rommerskirchen : 800 Jahre Gill

800 Jahre alt ist einer der kleinsten Orte der Gemeinde inzwischen – zumindest gemäß der ersten urkundlichen Erwähnung. Am 9. Juli soll gefeiert werden. Eine Nachbarschaftsinitiative bereitet das Jubiläumsfest vor.

"Machen wir's oder machen wir's nicht?", fragten sich Karl-Heinz Wandke und seine Giller Nachbarn, als sie über das in diesem Jahr anstehende Ortsjubiläum nachdachten. Der NGZ hatten sie vergangenen Sommer entnommen, dass Gill 2011 800 Jahre alt wird – historisch korrekt: Der Ort dürfte zwar um einiges älter sein, wurde indes 1211 erstmals urkundlich erwähnt. "Do simmer dabei", lässt sich die Antwort auf die eingangs zitierte Frage kurz zusammenfassen: Das Jubiläum wird gefeiert, und zwar am 9. Juli.

Gerade einmal 550 Einwohner zählt einer der kleinsten Orte der Gemeinde, in dem keiner der gut 150 in Rommerskirchen beheimateten Vereine ansässig ist. Was andernorts womöglich ein Grund gewesen wäre, das Jubiläum ins Wasser fallen zu lassen, ist für die Giller Bürger kein Hindernis. Derzeit jedenfalls haben sich schon gut 20 "Freiwillige" gefunden, die das Fest mit vorbereiten wollen.

Lokalhistoriker hält Festvortrag

"Vertreten sind zwei Generationen", erzählt Karl-Heinz Wandke, der als langjähriger Geschäftsführer der SG Rommerskirchen/Gillbach in organisatorischen Dingen erfahren ist. Mit an Bord sind auch Mitglieder des Jägerzugs "Veilchenblau": Der setzt sich vorwiegend aus Gillern zusammen und hat hier 2002 sein 50-jähriges Bestehen mit einem rauschenden Straßenfest gefeiert.

Am Programm für die Jubiläumsfeier wird Karl-Heinz Wandke zufolge noch gefeilt. Lokalhistoriker Josef Schmitz konnte er bereits für den Festvortrag gewinnen. Schmitz erwähnt das "Gründungsdokument" des Ortes, eines aus dem Jahr 1211, in seinem 2008 erschienenen Buch "Rittersitze , Stiftshöfe und Klostergüter am Gillbach".

Für alles Übrige ist noch Zeit. "Ein Straßenfest soll es aber nicht werden", verrät Wandke. Sicher ist, dass die Giller ihr Jubiläum mit einem echten Königspaar feiern können: Franz und Iris Eitner, die amtierenden Regenten des Bürgervereins Rommerskirchen, wohnen in Gill und wirken im informellen Festkomitee mit.

So klein Gill auch immer gewesen sein dürfte, im Mittelalter könnte es von größerer Bedeutung gewesen sein. Professor Hans Georg Kirchhoff, Ende 2010 mit dem Romaricus-Kulturpreis der Gemeinde ausgezeichnet, vertritt in seiner Stadtgeschichte Grevenbroichs die These, dass vom Alt-Giller Hof aus nicht nur Burg Hülchrath errichtet, sondern auch das heutige Grevenbroicher Stadtgebiet verwaltet worden sein könnte.

Info Mitstreiter für die Vorbereitung des Jubiläums sind gern gesehen. Melden können sie sich bei Karl-Heinz Wandke unter Tel. 02183 81544.

(NGZ)