1. NRW
  2. Städte
  3. Rommerskirchen

Rommerskirchen: 70 Wohnungen für das Bahnhofsviertel

Rommerskirchen : 70 Wohnungen für das Bahnhofsviertel

Eine auf drei Jahre befristete Veränderungssperre für das gesamte Bahnhofsumfeld gibt der Bauverwaltung genügend Luft, um konkrete Pläne für eine völlig neue Bebauung des Gebiets zu entwickeln. Es geht auch um Mietwohnungen.

Für Bürgermeister Martin Mertens ist es "ein ganz zentrales Projekt" im Rahmen des Entwicklungskonzepts Rommerskirchen 2030. Im erweiterten Umfeld des Bahnhofs sollen neue Wohnmöglichkeiten geschaffen werden. Wie viele, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch unklar: "Je nach Planung können es 30 bis 40, aber auch 60 bis 70 Wohneinheiten werden", sagt Carsten Friedrich, Chef des Amts für das Grundstücksmanagement der Gemeinde.

Gut drei Jahre Zeit hat die Gemeinde, um für das Bahnhofsviertel konkrete Pläne zu entwickeln. Mit einer bis Februar 2018 befristeten Veränderungssperre für das bis hin zum Steinbrink reichende Areal hat der Rat der Bauverwaltung jetzt den nötigen Spielraum hierfür verschafft. Dabei soll es nach den Worten des Bürgermeisters nicht vorrangig um kleinere Einfamilienhäuser gehen, wie in den Baugebieten Gillbachstraße und Steinbrink. "Wir wollen uns nicht selbst Konkurrenz machen", sagt Mertens, für den das Bahnhofsviertel "eines der attraktivsten Gebiete Eckums" ist. Gedacht ist an "höherwertigen Mehrfamilienhausbau", wobei sowohl Miet- als auch Eigentumswohnungen entstehen sollen. Entsprechende Vorschläge hatte der Sozialdemokrat schon im Wahlkampf 2014 gemacht. Statt komplett neue Baugebiete auf der grünen Wiese, beziehungsweise bisherigem Ackerland auszuweisen, trüge die Gemeinde damit auch der Forderung des Regionalplans der Bezirksregierung Rechnung, die in ländlichen Gebieten vor allem auf innerörtliche Verdichtung des Wohnraums setzt. Klar ist laut Carsten Friedrich derzeit, "dass wir alles überplanen, wobei die bisherigen Nutzungen aufgegeben werden." Erschlossen werden soll das neu gestaltete Bahnhofsviertel vor allem über einen vom Steinbrink aus dorthin führenden Stichweg. Ob es noch weitere Zugänge, etwa von der Bahnstraße aus, geben soll, ist derzeit noch offen. Bei den bisherigen Überlegungen ist das künftige Plangebiet in mehrere Zonen unterteilt worden. Entlang des Steinbrinks ist an eine eher offene Baustruktur gedacht, wobei die Höhe der Häuser sich an der vorhandenen Bebauung orientieren soll. In nördlicher Richtung fassen die Planer zwei- bis dreigeschossige Reihenhäuser und Mietwohnungen ins Auge.

  • Entlang der Westbahn könnte neuer Wohnraum
    Politik beschließt : Mehr Wohnraum im Stadtgebiet
  • Der Bahnhof Wiesdorf und das Drumherum
    Angehende Architekten : Studenten planen Bahnhof in Wiesdorf mit
  • Die Garagenhöfe am Mintarder Weg sollen
    Wohnungsbau in Düsseldorf : 200 neue Wohnungen in Lichtenbroich

In der Umgebung des Bahnhofs zu bauen, ist keine Idee neueren Datums. Eine Planwerkstatt im März 2001 beschäftigte sich mit dem Umbau des Bahnhofs ebenso wie mit einer Neugestaltung seines näheren und weiteren Umfelds. Mit von der Partie war bereits damals das Kölner ingenieurbüro Vössing, das auch den inzwischen fast abgeschlossenen Umbau des Bahnhofsvorplatzes geplant hat. Carsten Friedrich verweist auf eine schon vor Jahren getroffene Grundsatzentscheidung, schrittweise vorzugehen: Erst sollte der Bahnhof neu gestaltet werden, ehe eine Neubebauung des Bahnhofsviertels in Angriff genommen würde. Eine gewerbliche Nutzung ist hier nicht völlig ausgeschlossen, sie muss aber verträglich sein, sprich: sich in ein Wohngebiet einfügen. Mertens und Friedrich haben keine Zweifel, dass die Frist von drei Jahren ausreichen wird, um vor ihrem Ablauf dem Rat umsetzungsreife Pläne präsentieren zu können. Schon in einer der nächsten Sitzungen des Ausschusses für Gemeindeentwicklung soll das neue Bahnhofsviertel auf der Tagesordnung stehen, kündigt Mertens an.

(NGZ)