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Rommerskirchen: 500 neue Arbeitsplätze in neun Jahren

Rommerskirchen : 500 neue Arbeitsplätze in neun Jahren

Johann J. Schmidt (66) hört Ende Juni im Wirtschaftsbüro auf. Er holte viele Unternehmen in die Gemeinde.

Es klingt nicht nach öffentlichem Dienst mit geregelten Arbeitszeiten von Montag bis Freitag: "Firmenbetreiber haben während der Woche oft nicht viel Zeit. Am Samstagnachmittag oder am Sonntagmorgen klappt es da schon besser", sagt Johann J. Schmidt. Seit 2005 als Wirtschaftsförderer für die Gemeinde tätig, hat Schmidt nicht wenige wichtige Gespräche mit ansiedlungswilligen Firmen außerhalb der regulären Dienstzeiten geführt. "Ich bin ja kein Beamter", sagt der früher im Marketing bei Shell tätige Wirtschaftsfachmann, der am 30. Juni seinen Schreibtisch im Rathaus räumen wird. "Ich werde am 1. Oktober 67", begründet der in Grevenbroich lebende, gebürtige Eckumer das Ende seiner Dienstzeit.

Als er vor gut neun Jahren im Wirtschaftsbüro anfing, war es seine Hauptaufgabe, den Mariannenpark zu entwickeln. "Bis auf Lidl stand damals dort nichts", erinnert sich Schmidt. Seinen ersten Erfolg konnte er nur wenige Meter von seinem Büro erzielen: 2005 gelang es ihm, das Unternehmen Medicoreha für das im Eckumer Dienstleistungszentrum untergebrachte "Haus der Gesundheit"zu gewinnen. Für die Besiedlung des Mariannenparks waren viel Geduld und gute Nerven nötig. "Zunächst einmal galt es, Exposés zu schreiben und die Vorzüge der Gemeinde gebührend zu betonen. "Es hat etwas über ein Jahr gedauert, bis die Investoren gefunden waren", sagt Johann J. Schmidt. Nachdem sich eine Reihe bekannter Firmen angesiedelt hatte, wurde es zunehmend "leichter, die Expansionsleiter der Firmen zu überzeugen", berichtet der Wirtschaftsförderer. Wichtig ist es für einen Wirtschaftsförderer, Kontakte zu knüpfen und so gut wie möglich vernetzt zu sein. Johann J. Schmidt mischte in der Wirtschaftsvereinigung Grevenbroich-Jüchen-Rommerskirchen mit. Dass die ihren einstigen Namen "Wirtschaftsvereinigung Grevenbroich und Umgebung" zugunsten ihrer beiden Nachbarkommunen geändert hat, "ist auch auf meinem Mist gewachsen", so Schmidt. 2009 hat er das erste Unternehmerinnentreffen für die drei Kommunen in Rommerskirchen veranstaltet. Ins Leben gerufen hat Schmidt auch das Rommerskirchener Unternehmerforum: 2007 hatte es mit acht Teilnehmern begonnen. Bei der Firma Steland Apparatebau waren es anlässlich der zehnten Auflage des Unternehmerforums unlängst 80 Gäste, die der Einladung gefolgt waren. Apropos Steland: Das alteingesessene Kölner Familienunternehmen für eine Ansiedlung in der Gemeinde gewinnen zu können, war Schmidts größter Coup. Dabei ging er durchaus unorthodox zu Werke: Bei den ersten Gesprächen, die 2011 in Köln geführt wurden, war die Gemeinde noch gar nicht Eigentümerin des ins Auge gefassten Grundstücks an der B 59. Nichts, was stinkt, staubt oder Krach macht, lautete Schmidts Devise bei der Bestückung der Gewerbeparks. Auch der Besiedlung des Gewerkeparks V mit seinen 40 000 Quadratmetern liegt dieses Konzept zugrunde. "Es gibt bereits eine sehr große Nachfrage potenzieller Bauherren", verrät Schmidt.

Was ihn kurz vor seinem Ruhestand mit Stolz erfüllt: Inklusive des Mariannenparks sind durch die von ihm geworbenen Firmen gut 500 Arbeitsplätze entstanden.

(S.M.)