Rommerskirchen: 16-Jähriger kümmert sich um 300 Hühner

Rommerskirchen: 16-Jähriger kümmert sich um 300 Hühner

Cornelius Vierhaus betreibt seit Herbst in Rommerskirchen ein Hühnerhotel. Täglich können rund 260 Eier eingesammelt werden.

Hühner auf dem Bauernhof kennen die meisten Kinder auch im ländlich geprägten Rommerskirchen heutzutage wohl vor allem als Playmobil-Figuren. Nicht so Cornelius Vierhaus: Schon als Kind hat sich der heute 16-Jährige für die fünf Hühner interessiert, die seine Mutter Renate auf Gut Mariannenhöhe für den Eigenbedarf hielt.

Was als Hobby mit der doppelten Anzahl von zehn Hähnen begann, hat sich vor gut anderthalb Jahren beträchtlich ausgeweitet. In den Schulferien arbeitete Cornelius Vierhaus regelmäßig auf einem großen Geflügelbetrieb und erwarb sich dabei das nötige Know-how, das es ihm im vergangenen Herbst ermöglichte, das erste "Hühnerhotel" in der Gemeinde zu eröffnen. Auf der Wiese direkt gegenüber dem Friedhof "Am Teebaum" tummeln sich seither 300 Hühner und zwei Hähne. Untergebracht sind sie in einem fahrbaren Stall, der geradezu vollautomatisch funktioniert und die Tiere mit allem ausstattet, was sie benötigen. Gefüttert werden sie mit einer Mischung aus Weizen, Gerste und Mais, wobei der Vorrat für zwei Wochen reicht.

300 Liter Trinkwasser müssen einmal in der Woche nachgefüllt werden. Um 5 Uhr morgens geht regelmäßig das Licht an und auch mit Hilfe der "inneren Uhr" tummeln sich die Hühner schon bald auf der Wiese. Abends ist gegen 19 Uhr Schluss: Die Hühnerschar trottet zurück und die Klappe schließt automatisch, um sie vor Wildtieren zu schützen. Denn die sind durchaus ein Problem. Gegen Füchse schützt die Hühner ein Drahtzaun, doch gegen Greifvögel gibt es leider wenig Abhilfe, so dass insbesondere Habichte hier und da eines der Hühner schlagen.

"Ich setze den Stall alle zwei Wochen an einen anderen Standort", sagt Cornelius Vierhaus. Die Hühner bewegen sich nämlich gern rund um ihren Auslauf und scharren dort. Bei regelmäßigem Verlegen des Standorts ist gewährleistet, dass das Gras auf der 1,7 Hektar großen Wiese gleichmäßig grün bleibt. Neben stets frischem Gras für die Hühner hat dies auch den Vorteil, "dass es den Krankheitsdruck mindert", erläutert Cornelius Vierhaus. Dass es den Tieren in freier Natur bestens geht, steht außer Frage.

Im Hühnerhotel liegt ihre Verweildauer bei etwa anderthalb Jahren. "Danach werden Suppenhühner draus", sagt Renate Vierhaus. Mit gut 260 Eiern kann Cornelius Vierhaus Tag für Tag rechnen. Verkauft werden die natürlich im Hofladen der Familie auf Gut Mariannenhöhe. Der Betreiber des Hühnerhotels musste dieses immerhin bereits als landwirtschaftlichen Betrieb anmelden und ist inzwischen über den Status des Kleinunternehmers hinaus. Bei allem Aufwand, den das Hühnerhotel mit sich bringt, wirft es letztlich auch ein ganz schönes Taschengeld ab. Nach der Höheren Handelsschule will der Jung-Unternehmer eine Ausbildung zum Landwirt machen. Dann wird sich auch entscheiden, ob er die Hühnerhaltung weiter ausbauen wird. Zunächst wird das Hotel jedoch verlegt: Im kommenden Frühjahr wird sein Standort auf einer eigens für die 300 Hühner und zwei Hähne eingesäten Wiese am elterlichen Hof sein.

(NGZ)