Rheinberg: Zwei Tote bei Bungalow-Brand in Budberg

Rheinberg: Zwei Tote bei Bungalow-Brand in Budberg

Gestern Morgen um kurz nach 6 Uhr stand ein Bungalow an der Straße Am Busch in Flammen. Die 76 Jahre alte Bewohnerin und ihre polnische Pflegekraft (60) kamen bei dem Feuer ums Leben. Alle Löschzüge der Stadt im Einsatz.

Bei einem Brand im Rheinberger Ortsteil Budberg sind gestern Morgen zwei Menschen gestorben. Es handelt sich bei den Toten um eine 76 Jahre alte, pflegebedürftige Frau und ihre Pflegerin (60) aus Polen, die mit der alten Dame gemeinsam in ihrem Bungalow an der Straße Am Busch wohnte. Ausgebrochen war das Feuer kurz nach 6 Uhr.

Die Scheiben des Wintergartens barsten. Der Luftzug befeuerte die Flammen. Foto: Christoph Reichwein

Der Notruf erreichte die Polizei um 6.26 Uhr, wie Polizeisprecher Daniel Freitag vor Ort mitteilte. Die Feuerwehr wurde nur eine Minute später in Alarm versetzt mit der Meldung "Vollbrand in einem Wohnhaus. Personen in Gefahr." Bis auf eine Notreserve rückten alle verfügbaren Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt aus. Wenige Minuten später war die schmale Wohnstraße an einem Wäldchen mit Rettungsfahrzeugen zugestellt.

"Als der erste Trupp eintraf, brannte der Bungalow in voller Ausdehnung", sagte Feuerwehrchef Sebastian Schriewer. "Eine Frau hatte die Polizei im Flur gefunden, die andere Person war vermisst", beschrieb Schriewer die Lage.

Während die Polizisten, die zuerst vor Ort waren, versuchten, die offenbar bewusstlose Frau - nach unbestätigten Angaben die Pflegerin - wiederzubeleben, machten sich Feuerwehrleute im komplett verrauchten Gebäude unter Atemschutz auf die Suche nach der vermissten Person. Vermutlich die 76 Jahre alte Bewohnerin. Die konnte sich möglicherweise aufgrund ihrer erheblichen gesundheitlichen Einschränkungen nicht in Sicherheit bringen.

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Anwohner berichteten davon, dass sie bettlägerig gewesen sei. Für die 76-Jährige kam jede Hilfe zu spät. Was sich genau abgespielt hat in den dramatischen Minuten nach dem Ausbruch des Feuers, werden die Ermittlungen zeigen, die noch am Morgen angelaufen sind. Auch bei der Brandursache sind die Experten noch ganz am Anfang.

Insgesamt waren rund 40 Feuerwehrkräfte im Einsatz. Nachdem die Toten geborgen waren, konzentrierten sich alle Anstrengungen darauf, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Der unmittelbar angrenzende Bungalow wurde evakuiert, weil die Flammen überzugreifen drohten. Nachbarn, die etwas weiter entfernt wohnen, boten Hilfe an. Eine Notfallseelsorgerin war an der Einsatzstelle, ebenso Opferbetreuer der Polizei. Auch der Sohn des Opfers, der im Ort wohne, sei an der Unglücksstelle eingetroffen, hieß es. Das Feuer wütete im ganzen Bungalow, dessen Vorgarten adventlich dekoriert war, Scheiben der Fenster und der großen Terrassentür zum Garten zerbarsten, der Luftzug feuerte die Flammen weiter an.

Die Arbeit der Löschkräfte war nicht ganz ungefährlich. Die Zwischendecke stürzte ein. Über die Drehleiter wurde der Brand von oben bekämpft. Nach gut einer Stunde hatte die Feuerwehr das Geschehen im Griff. Die Nachlöscharbeiten zogen sich bis weit in den Vormittag, um Glutnester in der Zwischendecke auszumachen und zu ersticken. Gleichzeitig prüften Sachverständige, ob das evakuierte Nachbarhaus wieder bezogen werden konnte. "Die Rauchentwicklung war enorm", so Schriewer.

Die Atemschutztrupps konnten ihr schweres Gerät abschultern, legten es auf dem Bürgersteig ab. Eine junge Anwohnerin versorgte die erschöpften Löschkräfte mit heißem Kaffee und belegten Brötchen. Eine schöne Geste an dem traurigen Morgen. "Das erlebt man nur auf dem Dorf", sagte ein Feuerwehrmann, während er sich den Schweiß von der rußschwarzen Stirn wischte. "Ich kann mich ganz gut in die Männer hineinversetzen, sagte die Gastgeberin. "Ich bin Polizistin und weiß, wie denen zumute ist."

(bp)