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Rheinberg: Zum Glück nur eine Übung

Rheinberg : Zum Glück nur eine Übung

Die Feuerwehr-Löschrguppen Ossenberg und Millingen / Alpsray haben gestern Abend eine Übung im Metallbaubetrieb Rettig am Nordring durchgeführt. Das Szenario: drei Verletzte nach einer Explosion.

Pascal Wildner hat es richtig erwischt: Bei einer Explosion hat er eine Hand verloren, mit Schmerz verzerrtem Gesicht liegt er in der Betriebshalle. Wenige Meter daneben krümmt sich Katharina Jantschke, sie hat starke Verbrennungen. Eine dritte Person bewegt sich gar nicht mehr, muss reanimiert werden.

Hochbetrieb für die Einsatzkräfte der Feuerwehr. Aber zum Glück war das, was sich gestern Abend auf dem Gelände der Firma "Metall Edelbau" von Oliver Rettig im Gewerbegebiet am Nordring 52 abspielte, nur eine Übung. Und Pascal Wildner und Katharina Jantschke gehören zur Feuerwehr. Bei der dritten "Person" handelte es sich um einen Dummy.

16 Einsatzkräfte

Hans-Jürgen Fülling von der Löschgruppe Ossenberg beschreibt das erdachte Szenario: "In der Halle hat sich eine Explosion ereignet, bis auf drei Mitarbeiter konnten sich alle befreien. Die anderen müssen gefunden und situationsgerecht behandelt werden. Das Problem: Der Rettungsdienst ist überlastet und wir müssen den RTW aus Moers einschalten."

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16 Frauen und Männer aus den Feuerwehr-Löschgruppen Ossenberg und Millingen / Alpsray wurden gestern Abend zu dieser Übung gerufen. "Sie wussten, dass es sich um eine Übung handelt, wussten aber nicht, wo was passiert ist", so Fülling. Mit drei Wagen rollen die Helfer an. Rudi Tepaß, der Einsatzleiter, schnappt sich als erstes Firmenchef Oliver Rettig und befragt ihn, um sich ein Bild der Lage machen zu können. Dann geht es los: Schläuche werden ausgerollt, die ersten Retter gehen unter schwerem Atemschutz in die 500 Quadratmeter große Halle. Wenig später wird das erste Unfallopfer auf einer Trage hinausgetragen.

Erfahrungen sammeln

"Für uns sind solche Übungen sehr wichtig", beschreibt Hans-Jürgen Fülling. "So lernen wir Gewerbebetriebe kennen und können Erfahrungen sammeln — für den Fall, dass es dort tatsächlich mal brennen sollte." Oliver Rettig hat seinen Betrieb gerne für die Übung zur Verfügung gestellt. Eine Premiere für den Metallbauer, der seit elf Jahren in Rheinberg arbeitet. "Wir schweißen unter anderem Titan", so der Firmenchef, der zwei Mitarbeiter beschäftigt. "Wenn es da mal zu brennen beginnt, wird Phosphor frei — dann wird es gefährlich." Auch Edelgase wie Argon und Corgon oder Sauerstoff und Acetylen werden bei Rettig eingesetzt.

Gestern klang der Abend für die Einsatzkräfte entspannt aus. Zur Lagebesprechung nach der erfolgreichen Übung gab es belegte Brötchen und Getränke.

(RP)