Zinserlöse aus den Stiftungen der Gemeinde Alpen gehen an Kindergärten

Kinderbetreuung in Alpen : Ein Geldgeschenk für die Kindergärten

Trotz Niedrigzinsen: Bürgermeister Thomas Ahls übergab den Erlös der beiden Stiftungen der Gemeinde Alpen.

Sieben unter einem Dach: So viele Kindergärten beheimatet die Gemeinde Alpen. Die Leiterinnen aller Einrichtungen trafen sich jetzt im katholischen Familienzentrum in der Kita St. Ulrich. Grund: Sie waren eingeladen, ein Geldgeschenk aus den Händen von Bürgermeister Thomas Ahls entgegenzunehmen. „Mit den Renditen aus der Annemarie-Mäckler-Stiftung und der Helmut-de-Lattré-Stiftung unterstützen wir im zweijährigen Wechsel Alten- und Kindertagesstätten“, erläuterte Ahls.

Er räumte ein, dass es in Zeiten von Niedrigzinsen immer schwieriger werde, einen zählbaren Gewinn aus dem Stiftungskapital von rund 1,7 Millionen Euro zu erzielen. In diesem Jahr durften sich die Alpener Kindertagesstätten und Familienzentren über einen Zuschuss von 100 Euro je Betreuungsgruppe freuen.

Ahls verwies in diesem Zusammenhang auf die deutlich gestiegenen Anforderungen, denen die Erzieherinnen und Erzieher inzwischen ausgesetzt seien: „Das erzieherische Geschäft ist nicht einfacher geworden. Viele Dinge, die noch vor einigen Jahren im familiären Rahmen geregelt wurden, übernehmen inzwischen die Kitas. Dazu werden die Kinder hier in viel größerem Maße auf die Schule vorbereitet als früher.“

Über einen „krummen“ Betrag in Höhe von 350 Euro durfte sich Claudia Schött, Leiterin des Evangelischen Familienzentrums im Dahlacker, freuen. Denn die Einrichtung hatte ihr Betreuungsangebot aufgrund der gestiegenen Nachfrage um eine halbe auf 3,5 Gruppen aufgestockt. Bei der Gemeinde sorgte das für große Erleichterung. „Eltern können gegenüber den Kommunen ein Recht auf einen Kita-Platz geltend machen. Das bleibt dann an uns hängen. Obwohl wir in Alpen ausschließlich kirchliche Träger haben, sitzen wir also in einem Boot“, erklärte Ahls.

Den Zuschuss wollen die Leiterinnen überwiegend in die Außenbereiche investieren, in Bepflanzung und die Wartung von Spielgeräten. Obwohl es an anderer Stelle eher hapert. „Wir hätten gerne einen Speiseraum, aber das ist nicht finanzierbar“, bedauerte Nicole van Rythoven. Die Leiterin der katholischen Kindertagesstätte St. Josef in Menzelen-Ost zeigte ein weiteres Dilemma auf, das in direktem Zusammenhang mit dem gestiegenen Betreuungsbedarf steht: „Kinder, die 35 Stunden in der Woche bei uns sind, haben ein Recht auf ein Mittagessen in der Kita. Aber die Räume dafür sind einfach nicht da.“

Das bestätigten auch ihre Kolleginnen aus Veen und der Bönninghardt. Hinzu kommt, dass auch Kindergärten vom Klimawandel betroffen sind. Bei Temperaturen, die immer häufiger jenseits der 35-Grad-Marke liegen, sind im Sommer Schattenplätze gefragt. Für Nicole van Rythoven steht daher schon fest, wofür der Zuschuss aus der Helmut-de-Lattré-Stiftung verwendet wird: „Wir werden eine Markise zur Verschattung unserer Matschanlage anschaffen.“

Mehr von RP ONLINE