Yvonne Willicks in Rheinberg: Servicezeit in Sachen Glauben

Lesung mit Yvonne Willicks : Servicezeit in Sachen Glauben

WDR-Moderatorin Yvonne Willicks stellte ihr Buch „Glaube ganz einfach“ in der katholischen Kirche Ossenberg vor. Eine Punktlandung für die Katholische Arbeitnehmerbewegung St. Josef. Die Kirche war voll, die Zuhörer begeistert.

Volles Gotteshaus in Ossenberg: WDR-Moderatoin Yvonne Willicks stellte auf Einladung der KAB St. Josef ihr neues Buch „Glaube ganz einfach“ vor. Eine muntere Aufforderung, sich nochmals neu auf den Glauben und Gottes Handeln einzulassen. Glaube an sich sei etwas Schönes und Unkompliziertes, der nichts voraussetze. „Unser Alltag ist von Gott geprägt, im Jahreskreis, im Advent, in der Natur. Gott und der Glaube begegnen uns überall“, so die Autorin.

Die gebürtige Kamp-Lintforterin, die sonst mit Verbrauchersendungen wie „Servicezeit“ und „Haushalts-Check“ zwischen Pfannen, Waschmitteln und Mogelpackungen unterwegs ist, zeigte sich ihrem Publikum von einer unbekannten Seiten. Dass sie gleich ein ganzes Buch mit knapp 200 Seiten über Gott, Glaube, Kirche schrieb, sei ein zufälliges Projekt. „Ich saß in der Sendung ‚Zimmer frei‘ und sprach mit Christine Westermann darüber, welchen Stellenwert der Glaube für mich hat“, erinnerte sich Willicks. Nach der Sendung bekam sie die Anfrage vom Adeo-Verlag. „Mein Glaube war für mich eher eine private Sache. Doch er gehörte schon immer zu mir und ist Teil meines Lebens“, so Willicks, die sich in bekannt humorvoller Weise gegen die Annahme „Jetzt glaubt sie auch noch“ wehrte. Sie nahm ihr Publikum mit auf eine persönliche Spurensuche, sang, las und erzählte Anekdoten, wie sie ihren Weg zu Gott gefunden habe.

Die roten Schuhe von Papst Benedikt kamen dabei auch vor. Lockere Leichtigkeit lag bis zum Schluss über dem Publikum. Angefangen hatte alles in ihrer Grundschulzeit und der Frage, ob sie den katholischen oder evangelischen Religionsunterricht besuchen sollte. Sie sei sich ganz sicher, dass ihre Mutter dem katholischen Unterricht zugestimmt hätte, sagte sie auf Nachfrage der Lehrerin, obwohl die Eltern evangelisch waren. Vom Schatz ihrer Jugend sprach sie, als sie sich an die ersten Besuche der Marien-Kirche erinnerte. „Die war so anders, wie der Eintritt in eine andere Welt“, sagte Willicks. Später sei sie erste Messdienerin geworden.

Sie machte auch Mut, denn die Antwort auf all die Sehnsüchte der Menschen nach Gemeinschaft, Sinn und Ernsthaftigkeit im Leben biete schon lange die Bibel, so Willicks. Sie selbst habe in ihrem Heimartort lebendige Kirche erlebt, in der Jugend mitgestalten durfte. Kleine Geschichten am Rande, etwa über das Osteranspiel oder den Quatsch-Tag, erzählte sie in ihrer erfrischenden Art. Kritik übte sie am Bodenpersonal. Man solle sich nicht die Lust am Glauben nehmen lassen. Dennoch müsse sich Kirche der Alltagssprache anpassen und sich nicht als mahnender Ort anbieten, sondern über neue Wege wie Lichtinstallationen die Spiritualität wecken. Hilfreich sei in ihrem Leben immer die Liturgie als Beispiel für eine Grundordnung gewesen. „Mein Halteseil im Alltag und im Beruf. Was meinen Sie denn, warum so viele katholische Ministranten beim Fernsehen gelandet sind“, sagte Willicks, die ganz private Einblicke in verschiedenste Lebensabschnitte gab, in denen ihr Gott begegnete, Mut bei Schicksalsschlägen machte.