1. NRW
  2. Städte
  3. Rheinberg

Rheinberg: Wohnanlage Kuhstraße - zu wuchtig?

Rheinberg : Wohnanlage Kuhstraße - zu wuchtig?

Zum zweiten Mal befasste sich der Bau- und Planungsausschuss mit den Plänen von Gerardus Aaldering für das Café Münster in Orsoy samt Nachbarhaus. Man müsse dem Investor sagen, was gewollt sei und was nicht, wurde gefordert.

Für Michael Kuklinski von der SPD steht fest: Man kann nicht immer "nein" sagen. "Wir müssen auch mal klar und deutlich sagen, was wir wollen und nicht nur, was wir nicht wollen", sagte der Politiker im Bau- und Planungsausschuss, wo zum zweiten Mal die geplante Wohnanlage an der Kuhstraße 25-27 in Orsoy auf der Tagesordnung stand. Zur Erinnerung: Der Rheinberger Investor Gerardus Aaldering hat das Café Münster mitsamt des Nebengebäudes gekauft und möchte dort eine tief in das Grundstück ragende, parallel zur Fabrikstraße anzulegende Wohnanlage errichten.

Der erste Entwurf - er lag dem Ausschuss im Juli vor - reichte den Politikern für eine Beurteilung nicht aus. Schon damals war allerdings erkennbar, dass Aaldering die denkmalgeschützte Fassade des Hauses Kuhstraße 25 erhalten möchte, um die Optik der Häuserzeile zu erhalten.

Nun gab es wieder Diskussionen. Josef Devers (CDU) sagte: "Wir haben es hier mit einem denkmalaffinen Investor zu tun, der dem Erhalt der Fassaden grundsätzlich positiv gegenüber steht. Dennoch finden wir die Verdichtung in diesem Bereich nicht so prickelnd." In der geplanten Größe sei das Vorhaben jedenfalls für die CDU nicht akzeptabel. Luise Theile (Grüne) sagte, ihre Partei sei der Meinung, beide Häuserfassaden sollten erhalten bleiben, denn: "Ansonsten schadet das dem ganzen Ortsbild." In den Garten zu bauen, sei okay, "aber nicht auf der gesamten Fläche".

Michael Kuklinski meinte, mit dieser Auffassung tue man dem Investor Unrecht: "Er hat in Rheinberg-Mitte bewiesen, dass sich seine Gebäude gut in das Altstadtbild einfügen." Aaldering habe ein Recht darauf zu erfahren, was er dort planen könne und was nicht. Dazu merkte Beigeordneter Dieter Paus an, dass die Vorlage der Verwaltung das beschreibe, was an der Kuhstraße rechtlich möglich ist: Nach dem dort geltenden Paragraphen 34 des Baugesetzbuches müssen sich neu errichtete Gebäude beispielsweise in der Höhe an den in der Nachbarschaft stehenden orientieren. Eine denkmalschutzrechtliche Zustimmung liege vor. "Was der Investor vor hat, ist also grundsätzlich so machbar."

Hans Peter Götzen sagte, die FDP sehe das Vorhaben positiv: "Man muss auch mal sehen, was Orsoy bekommt." Auch ihm war allerdings der Erhalt der historischen Fassaden wichtig. Ulrich Hecker von der CDU mahnte, nicht nach der Devise "wasch mich, aber mach mich nicht nass" zu verfahren. Und sein Fraktionskollege Josef Devers empfahl, einen Vertreter der Denkmalschutzbehörde einzuladen, damit klar sei, was der Investor machen kann: "Er will schließlich Sicherheit haben."

Die Entscheidung, wie es an der Kuhstraße nun weitergeht, soll der Haupt- und Finanzausschuss fällen.

(RP)