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Windkraftstandorte in Alpen: Rund 100 Bürger demonstrieren vor CDU-Fraktion

Energiewende in Alpen : Gegenwind vor und in der CDU-Fraktion

Rund 100 Leute haben am Montagabend vor der Sekundarschule gegen die geplanten Windkraftzonen auf der Bönninghardt und in Menzelen demonstriert. Auch für die Ratssitzung ist Protest zu erwarten.

Das hat es im politischen Alpen in dieser Form noch nie gegeben: Rund 100 Männer und Frauen haben am Montagabend auf dem Hof der Sekundarschule mit Spruchbändern gegen die geplante Ausweisung von Windkraftzonen am Winnenthaler Kanal und im Wald auf der Bönninghardt demonstriert. Grund für den Aufmarsch: Im Pädagogischen Zentrum hatte sich die CDU-Fraktion, im Rat ausgestattet mit absoluter Mehrheit, versammelt, um über das strittige Thema zu diskutieren – ausgerechnet mit vier Vertretern der Bürgerinitiative Gegenwind aus der Bönninghardt.

Daher wunderte sich CDU-Fraktionschef Sascha Buchholz über den unerwarteten Protest vor der Tür. „Grundsätzlich ist natürlich nichts dagegen zu sagen, dass Menschen ihre Meinung zum Ausdruck bringen“, sagte Buchholz im Gespräch mit der Redaktion. „Aber ich hätte schon erwartet, dass wir im Vorfeld von den Bönninghardtern einen direkten Fingerzeig bekommen hätten, was sie da vorhaben“, so Buchholz. SPD- und FDP-Fraktion waren offenbar besser informiert. Ihre Leute reihten sich ein in die Schar der Gegner der geplanten Windkraftzonen.

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Kathrin Westermann, die am Gespräch mit der Fraktion teilgenommen hat, sagte, dass es der Bürgerinitiative darauf angekommen sei, „auch vor der Tür noch mal ein friedliches Zeichen zu setzen, um was es uns geht“. Sie sei erfreut gewesen, dass es in der Fraktion durchaus gelungen sei, „mit vielen ins Gespräch zu kommen, um auf unsere Anliegen aufmerksam zu machen“. Sie habe ernsthaftes Interesse in Reihen der CDU-Fraktion festgestellt. „Wir nehmen selbstverständlich die Sorgen, Nöte und Argumente der Bürger sehr ernst“, sagte Sascha Buchholz, „aber das Thema ist nun mal recht komplex und muss in jeder Hinsicht gut durchdacht werden. Hier befinden wir uns noch im Prozess.“ Es gebe in der Fraktion noch keine einheitliche Position. Ob die bis zur Ratssitzung hergestellt sei, vermöge er noch nicht einzuschätzen.

 Mit Maske für den Erhalt des Bönninghardter Waldes.
Mit Maske für den Erhalt des Bönninghardter Waldes. Foto: Gegenwind

Positive Rückmeldung habe sie auch von denen erhalten, die draußen vor der Tür gestanden und mit Bürgermeister Thomas Ahls diskutiert hätten, sagte Kathrin Westermann. Ahls habe sich viel Zeit genommen, um den Demonstranten Rede und Antwort zu stehen. Der Bürgermeister habe Vertreter beider Bürgerinitiativen für die kommende Woche ins Rathaus eingeladen, um ihnen – wie er zuvor zugesagt hatte – die Abwägungsvorschläge zu ihren Eingaben persönlich zu erläutern.

Kathrin Westermann hat die CDU-Politiker unterdessen zu einer Radtour durch den Bönninghardter Wald eingeladen. „Da sieht man mehr und besser als nur auf einem Plan, was auf dem Spiel steht“, sagte sie. Zudem kündigte sie bereits an, dass es auch während der letzten Ratssitzung vor der Sommerpause am 29. Juni auf dem Schulhof friedlich, aber heiß hergehen werde. „Da kommen wohl noch mehr Leute als am Montagabend“, sagte Westermann.

(bp)