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Windkraft in Alpen: FDP schlägt sich auf die Seite der Gegner

Energiewende in Alpen : FDP positioniert sich gegen Windkraft in Winnenthal

Im Vorfeld der Ratssitzung lassen die Liberalen keinen Zweifel, dass sie mit Nein stimmen werden, und kritisieren vor allem die Grünen.

FDP-Fraktionschef Thomas Hommen hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass er große Sympathie für die Bürgerinitiative Gegenwind und ihren Kampf gegen die geplanten fünf Windmühlen am Winnenthaler Kanal hat. Nun positionieren sich auch sein Nachfolger, Matthias Evers, und Fraktions-Vize Michael Weis gegen die Ausweisung der Konzentrationszonen in Menzelen und Bönninghardt im Flächennutzungsplan der Gemeinde Alpen.

„Die Bürgerinitiativen haben hinreichend dargelegt, dass beide Flächen als Standorte für Windkraftanlagen nicht geeignet sind“, so Hommen, der anfügt: „Die Gegenargumentation der Verwaltung hingegen überzeugt uns nicht.“ Parteichef Evers betont, dass die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien „nur mit den Menschen, nicht gegen sie“ umgesetzt werden könne. Wie Gegenwind in Menzelen halten es auch die Liberalen für „falsch“, die Bewertung des Vorkommens seltener Vögel wie den Rotmilan und den Uhu auf später, nämlich aufs konkrete Baugenehmigungsverfahren zu verschieben, wie es die Verwaltung im Rathaus und auch Kreisverwaltung beabsichtigen. Die FDP kritisiert zudem die Eile, den Flächennutzungsplan noch vor der Sommerpause „mit aller Gewalt durchpeitschen zu wollen“, ehe die Landesregierung die Abstandsregelungen der Windräder „zu Ungunsten der Gemeinde“ verkürze.

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Das Argument, dass Konzentrationszonen die „Verspargelung der Landschaft“ durch Windmühlen verhindere, bezeichnet die FDP als „Mär und Angstszenario“. Kritisiert wird zudem, dass in der Debatte der auch mit externen Experten besetzte Klima- und Energiebeirat der Gemeinde „aus nicht nachvollziehbaren Gründen“ bislang komplett außen vor gelassen worden sei.

Auch die Rolle von Landrat Ingo Brohl (CDU) gefällt den Alpener Liberalen nicht. Sein Amtsvorgänger Ansgar Müller (SPD) habe dem Artenschutz höhere Bedeutung zugemessen. Auch dass Alpen bereits einen hohen sechsstelligen Betrag für Planungsgutachten ausgegeben habe, lässt die FDP nicht als Argument gelten. „Sollte das Schule machen, müsste man nur hohe Summen in ein unnötiges Projekt investieren, um hinterher die Realisierung vehement einzufordern“, schlussfolgert Michael Weis.

Den Grünen werfen die Liberalen „Scheinheiligkeit“ vor, weil sie sich innerorts „um jeden Baum kümmern“, aber schützenswerte Tierarten außerorts für sie „nur eine lästige Nebenrolle spielen“. Und wer mit Hinweis auf die absolute Mehrheit der CDU seine Hände in Unschuld wasche, wie es die Grünen getan hätten, solle zunächst mal „seiner eigenen Verantwortung gerecht werden“.

(bp)