Rheinberg: Wie das Alte Rathaus zum Leuchten gebracht wird

Rheinberg: Wie das Alte Rathaus zum Leuchten gebracht wird

Mit der Aktion "Rathaus-Leuchten" hat der Trägerverein das prominente Gebäude in Szene gesetzt. 25 Fenster werden beleuchtet.

Täglich wird das Alte Rathaus um ein adventliches Fenstermotiv reicher. Die kreative Crew des Trägervereins Altes Rathaus hat im Vorfeld akribisch einen Plan erstellt, in welches Fenster welches Motiv passt. Los ging es am ersten Adventssonntag, 27. November, so dass insgesamt 25 erleuchtete Fensterbilder zu sehen sind. So erstrahlte beispielsweise am 6. Dezember das Nikolausmotiv im Fenster. Die Drei Heiligen Könige wurden ebenfalls verewigt. Tierische Motive wie Schafe, Kamel und eine Esel-Dame, erkennbar an ihren langen Wimpern, zieren die Fensterflächen.

So wird's gemacht: Rese Ströbel von Creaktivo, Lara Jackowiak und Luja (v.l.) beim Dekorieren eines Rathaus-Fensters. Foto: Olaf Ostermann

Das Fenster zum 18. Dezember zeigt die schwangere Maria. Teamarbeit ist angesagt bei Rese Ströbel, Lara Jackowiak und Luja, wenn es an die Gestaltung der Flächen geht. Grundlage ist ein Plan, der spiegelverkehrt die einzelnen Flächen mit Motiven vorgibt. Rund anderthalb Stunden dauert jedes Fensterprojekt bis zum Finish.

Gearbeitet wird mit Transparentpapier, das in verschiedenen Lagen und Farbnuancen gerissen und dann auf der Fläche fixiert wird. "Die verschieden übereinander liegenden Papiere geben immer neue Farbvarianten vor und verwischen sich", erläutert Künstler und Grafiker Luja das Spiel der Farben im Advent. Die Fenster haben eine Höhe von bis zu zwei Metern. Die Idee, das Alte Rathaus in dieser Weise zu illuminieren, kommt an, wie die Resonanz zeigt. Geschäfts- und Privatleute unterstützen das "Rathaus-Leuchten". Ein Zeichen, wie gelungen das Rathaus mit seiner Nachfolgenutzung in den Fokus gerückt ist.

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Wer genau hinsieht, wird in allen bislang 21 Fenstern jeweils ein Auge entdecken. Die Botschaft des Vereins ist prägnant: Augen auf im Advent, im Rathaus tut sich etwas. "Ich poste das jeweils neu gestaltete Fenster und erhalte schnell Feedback", erzählt Anja Rupprecht vom Vereinsvorstand.

Hans-Theo Mennicken, Altbürgermeister und Vereinsvorsitzender, hat eine tragende Rolle übernommen. Mit dem "Schaltplan" in der Hand eilt er am Spätnachmittag durchs Rathaus, um nach kalendarischer Reihenfolge das Licht in den jeweiligen Zimmern anzuknipsen. Eine Aufgabe, die ihre Zeit braucht und den Vereinsvorsitzenden von unten nach oben, kreuz und quer durchs Haus führt. Seine Tätigkeit, jeweils ab 17 Uhr, wird von Passanten genau beobachtet und sorgt für Gesprächsstoff in Rheinberg. "Einfach ein Wahnsinn", freut sich Anja Rupprecht. Hinzu kamen an den vier Adventssonntagen besinnliche Treffen vor dem Rathaus bei wärmendem Glühwein. "Die Menschen fühlen sich angesprochen und kommen zu uns", sagt Anja Rupprecht, die sich sicher ist, dass diese Aktion nicht einmalig bleibt.

Der Trägerverein hat schon erste Projekte für das nächste Jahr ins Auge gefasst. "Die Pläne für die räumliche Gestaltung stehen", sagt dazu Luja. Jetzt gehe es darum, Fördergelder des Landes zu beantragen. Auch die nächste Ausstellung ist in trockenen Tücher, ist zu hören: eine Paul-Feltes-Ausstellung. Der heute 90-jährige Künstler ist ein profunder Kenner der Rheinberger Stadtgeschichte. Bis Anfang Januar können die Adventskalenderfenster bestaunt werden. www.altes-rathaus-rheinberg.de

(sabi)
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