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Wesel: Wahlkampf-Ärger um Baustelle in Büderich

Alte B 58-Ortsdurchfahrt : Ärger über eine „Wahlkampf-Baustelle“

In Büderich fühlen sich viele vom Baustart auf der alten Ortsdurchfahrt überrumpelt, sagt der CDU-Ortsverband. Er unterstellt, dass Bürgermeisterin Ulrike Westkamp (SPD) Punkte machen wolle. Sie weist die Vorwürfe zurück.

Zum Wesen des Wahlkämpfers gehört es, sich in Szene zu setzen. Amtsinhaber haben naturgemäß Vorteile, Das schmeckt nicht jedem. Ein Beispiel, wie so was aussehen kann, liefert die Ende Juli auf der Weseler Straße in Büderich eingerichtete Baustelle zur Umgestaltung der alten Ortsdurchfahrt (B 58). Bürgermeisterin Ulrike Westkamp (SPD) informierte vor Ort mit Fachleuten aus ihrer Verwaltung über das Projekt. Das wurmt nun offenbar diejenigen, die es betrifft und an den Planungen mitgewirkt haben.

Anwohner, Gewerbetreibende und Ehrenamtler fühlen sich überrumpelt. So schildert’s Andreas Üffing, Vize-Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Büderich, mit grundsätzlicher Kritik an einem Vorgehen, das man bereits kenne. „Trotz mehrfacher Bitte, endlich mit Büderichern, ehrenamtlichen Helfern des Bürgerforums und uns zu kommunizieren, ist dies wieder mal nicht geschehen“, schreibt er der Bürgermeisterin.

Als besonders ärgerlich empfindet er, dass der Umbau eine gute Sache sei, Büderich schon Jahre darauf warte und nun vorab kein Signal bekommen habe. „Selbst bei unserer letzten Anfrage Mitte Juli war angeblich noch kein Startdatum bekannt. Wir erhielten nur die Rückmeldung, dass, sobald mit den Baumaßnahmen begonnen werden könne, Öffentlichkeit und Politik umfassend informiert würden“, schreibt Üffing. Stattdessen sei man im Dorf mit der Sperrung vor vollendete Tatsachen gestellt worden.

Außerdem bemängelt der Christdemokrat die Umleitung. Die Hauptlast des nun in den Polder gelegten Verkehrs trage die Gartenstraße. Parkende Autos engten die Straße zusätzlich ein. Auf entsprechende Hinweise seien nun im Wechsel Halteverbote eingerichtet, so dass der Verkehr besser fließen könne, so Üffing. Sorgen wegen des bevorstehenden Starts für Kindergarten und Schule macht er sich dennoch. Üffing hält eine weiträumigere Umleitung, etwa über die Bahnhofstraße, für besser. Darüber hinaus vermisst er im Umfeld der Rheinbrücke und der Umgehung Hinweise, dass die Ortsdurchfahrt dicht ist. Dies könne manchen abhalten, durchs Dorf zu fahren.

Bürgermeisterin Westkamp weist die Vorwürfe energisch zurück. Die Arbeiten seien Teil eines Pakets, zu dem auch Tank und Rast und LED-Leuchten an der Platanenallee, beides bereits umgesetzt, sowie weiter folgende Bauabschnitte gehörten. Insofern stimme es nicht, dass nichts getan worden sei. Überdies habe man erst vor kurzem die Fördermittel bekommen und eine Firma gefunden, die auch anfangen konnte. Eine weitere Ausschreibung laufe noch.

Anlieger, so Westkamp auf Anfrage, seien per Wurfsendung informiert worden. Außerdem hätten alle Ratsfraktionen eine Mail bekommen. Reaktionen darauf habe es nicht gegeben, so die Bürgermeisterin: „Wir reden über einen Bauabschnitt, die Einweihungsfeier folgt, wenn alles fertig ist.“