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Wesel: Goldene Meisterbriefe in der Landwirtschaft

Ehrungen bei der Kreisbauernschaft Wesel : Goldene Meisterbriefe bei den Landwirten

Abgeordnete Charlotte Quik stärkt den Bauern beim Landseniorentag in Büderich den Rücken. Deren Sorgen wegen mehr Verordnungen und Auflagen nehmen zu. Auch die Tatsache, Wolfsregion zu sein, macht Viehhalter unruhig.

Ob Dürre oder Verordnungsflut, Afrikanische Schweinepest oder Flächenverlust: Die Bandbreite der Themen, die Landwirten Sorgen bereiten, ist groß. Das wurde am Montag auch beim Landseniorentag der Kreisbauernschaft (KBS) Wesel im Lokal Wacht am Rhein in Büderich deutlich. Der Treff unter der Leitung des KBS-Ehrenvorsitzenden Hans Schrapers hat neben dem geselligen Part mit Kaffee und Kuchen auch immer einen informativen Charakter mit Gelegenheiten zur Diskussion.

Die Aufgabe, die am Ende doch terminlich in Berlin verhinderte Bundestagsabgeordnete Sabine Weiss als Referentin zu ersetzten, erfüllte Charlotte Quik gern. Die CDU-Abgeordnete aus Hamminkeln berichtete über die Startphase der neuen Landesregierung im Allgemeinen und nahm auch zu Themen des ländlichen Raums breit Stellung. So machte sie keinen Hehl daraus, dass sie keine Freude daran hat, dass ausgerechnet ihr Wahlkreis nun zur Wolfsregion erklärt worden ist.

Damit sprach sie den Landsenioren natürlich aus dem Herzen, sorgen die sich doch auch um Auswirkungen nächtlicher Wolfsbesuche auf Viehweiden. „Ich bin froh, dass ich jetzt drei Wochen bei uns nichts gehört habe und sich das Tier nun in Kirchhellen aufhalten soll. Da kann es wegen mir auch gerne bleiben“, sagte Quik. Eine gute Stunde währte Charlotte Quiks Bericht über die bisherige Arbeit im Landtag und über die Änderungen, die von der Koalition mit der FDP noch auf den Weg gebracht werden sollen. Dann waren Experten der Branche an der Reihe.

Gerhard Hartl, Beratungsleiter der Landwirtschaftskammer, fasste unter anderem Auswirkungen des Niederschlagsdefizits in diesem Jahr zusammen. So lägen die Ertrgaseinbußen bei Kartoffeln zwischen 30 und 50 Prozent. Je nach Lage beim Mais auch bei 70 Prozent. Als Nachfolger des langjährigen Kreisbauern Wilhelm Neu (Hamminkeln), der aus gesundheitlichen Gründen unlängst zurückgetreten war (wir berichteten), stellte sich Johannes Leuchtenberg (Neukirchen-Vluyn) den Landsenioren vor. Gerrit Korte, Geschäftsführer der Kreisbauernschaft, erläuterte die Reduzierung der Kreisstellen von 15 auf acht. So wird von Wesel aus künftig auch der Bereich Oberhausen, Duisburg, Mülheim und Essen betreut. Korte machte ferner auf den Regionalplan und daraus resultierende Flächenverluste aufmerksam, griff zudem den bürokratischen Aufwand durch neue Verordnungen auf. Diese würden insbesondere bei kleineren und mittleren Milchvieh-Betrieben dazu führen, „dass sich der Strukturwandel beschleunigt“.

Waltraud Krüger stellte schließlich als Kreisvorsitzende des Landfrauenverbandes vor, mit welchen Programmen auch jüngere Frauen angesprochen werden sollen und berichtete von ersten Erfolgen der Mitgliederwerbung. Krönender Abschluss war die Übergabe der Goldenen Meisterbriefe an zahlreiche Frauen und Männer. Sie gehen in diesem Jahr an Heinz Conrad, Liselotte Jochums, (beide Rheinberg), Karl Eicker, Jakob Schrooten, Roswitha Florenz (alle Neukirchen-Vluyn), Robert Matthaiwe, Hans Strunk (beide Xanten), Irmgard Gräven, Helmut Nepicks (beide Alpen), Karl-Wilhelm Schmitz (Kamp-Lintfort), Hannelore Denissen, Annemarie Schwiese (beide Schermbeck), Irmgard Wüstemeyer, Maria Paus (beide Hamminkeln), Wilma Rockhoff (Voerde), Hilde Oberwinster (Heiligenhaus) und Marlene Lindemann (Solingen-Wald).