Rheinberg: Wasserversorgung: Es bleibt weiter höchst nebulös

Rheinberg : Wasserversorgung: Es bleibt weiter höchst nebulös

Nach der Kündigung des Geschäftsbesorgungsvertrages mit der Niag für das Kommunale Wasserwerk (KWW), stochert die Politik im Stadthaus weiter im Nebel. Der Rat hat sich bekanntlich gegen den Ausstieg aus der Partnerschaft mit der Niag ausgesprochen, war aber von der interkommunalen Gesellschaft von Alpen, Sonsbeck und Xanten überstimmt worden. Die FDP hatte daher vorgeschlagen, aus der Gesellschaft auszusteigen, die Rheinberger Anteile den Befürwortern der Kündigung zum Kauf anzubieten und sich zugleich nach Alternativen umzuschauen. Nun stand der FDP-Antrag zwar auf der Tagesordnung im Haupt- und Finanzausschuss. Doch eine Entscheidung wurde vertagt auf Ende des Jahres. Bis dahin soll die Verwaltung eine fundierte Entscheidungsgrundlage in dieser für alle Bürger durchaus bedeutsamen Frage liefern.

Von dem, was die Verwaltung als Vorlage auf den Tisch gelegt hatte, war FDP-Sprecher Herbert Becker "total enttäuscht". In der war die Begründung für die von der FDP vorgeschlagene Absage an den Ausstieg aus dem KWW-Quartett arg dünn ausgefallen: "Hauptgrund sind im Falle einer Veräußerung die fehlenden Einflussmöglichkeiten bei den Gesellschaften (zum Beispiel Wasserpreis)." Punkt.

Nicht nur Becker hatte sich deutlich mehr erhofft, um eine verantwortbare Entscheidung herbeizuführen. Er will eine ausführliche Gegenüberstellung von Vor- und Nachteilen eines Verbleibs oder Ausstiegs aus dem interkommunalen KWW. Rheinberg habe die Möglichkeit durch seine geografische Lage, sein Wasser leicht anderswo herzuholen. Nur müsse man mal Angebote einholen, auch was den Wasserpreis angehe, so Becker. Er verlangte von der Verwaltung, hier ordentlich nachzubessern, um sich nicht länger "von den Nordkommunen vorführen lassen zu müssen".

Bürgermeister Frank Tatzel versprach daraufhin, bis Ende des Jahres zu liefern, wurde aber sogleich von seinem Kämmerer Bernd Löscher zurückgepfiffen. Eine Gegenüberstellung alternativer Geschäftsmodelle sei sehr aufwendig und nicht mal eben zu leisten.

Die anderen Fraktionen wollen "den Druck auf die Nordkommunen erhöhen, Fleisch an den Knochen zu bringen" - das heißt, endlich ein nachvollziehbares Konzept zu präsentieren, wohin die Reise mit dem Trinkwasser nach 2018 denn gehen soll. Vor allem interessiert die Politiker im Stadthaus, wie sich der Abschied von der Niag auf den Wasserpreis auswirken wird.

Um gegen unliebsame Sprünge gewappnet zu sein, fordert die SPD einen "Plan B". Die CDU will "sondieren, welchen Weg wir einschlagen wollen". Zumindest Brigitte Devers weiß, wohin sie will: "Wir sollten das Wasser in den eigenen Händen behalten. Dann haben wir die Finger drauf, um für einen guten Preis und gute Qualität zu sorgen."

(bp)
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