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Rheinberg: Wallach leidet unter akutem Verkehrsstress

Rheinberg : Wallach leidet unter akutem Verkehrsstress

Sachschaden: Nach einem Unfall auf dem Schwarzen Weg macht Karlheinz Kamps seinem Ärger Luft.

Chaos am Schwarzen Weg in Wallach. Von teils unhaltbaren Zuständen berichtete gestern Anlieger Karlheinz Kamps. Die Straße wird als Schleichweg missbraucht, seit die Sanierung der Bundesstraße 58 die Fahrt von der Rheinbrücke in Richtung Alpen blockiert. Kamps ärgert sich bereits seit Wochen über den "erheblich gestiegen Verkehr" vor seiner Haustür. Seit gestern Morgen ist er richtig sauer. Sein Auto, das er wie stets in der Parkbucht abgestellt hatte, hat erhebliche Kratzer abbekommen, weil sich ein Lastzug und ein Gelenkbus auf dem schmalen Weg in die Quere gekommen und sein schwarzer Volvo dabei an die Seite gedrückt worden sei.

Der große Bus habe gegen 7 Uhr an der Haltestelle gestoppt, so Kamps, dann den Blinker gesetzt, um weiterzufahren. Aus der Gegenrichtung sei der Lastzug gekommen. Dann sei's ziemlich eng geworden. Der Platz habe nicht ausgereicht für eine gefahrlose Begegnung der beiden Großfahrzeuge. Der Lastwagenfahrer habe, weil beide Türen seines Cockpits "verbaut" waren, keine ander Möglichkeit mehr gehabt, als weiterzufahren und dabei seinen Volvo am Fahrbahnrand in Mitleidenschaft zu ziehen.

Das Malheur nimmt Kamps zum Anlass, erneut auf die nach seiner Ansicht unzumutbare Verkehrbelastung aufmerksam zu machen. Er habe gestern Morgen binnen nur einer Stunde nahezu 500 Fahrzeuge gezählt, darunter allein fünf Schwertransporter, die stoßweise über den Schwarzen Weg rollten. "Man erkennt deutlich den Takt, wie in Büderich die Ampel geschaltet ist", sagt der Anwohner. Auch die Lastwagenfahrer, die das Material ankarren, mit dem die Kiesgrube am Deich verfüllt werde, hätten inzwischen den Schwarzen Weg für sich entdeckt.

Das Verkehrsaufkommen auf der Tempo-30-Trasse sei nicht nur "lebensgefährlich" für Fahrschüler und Senioren - "mein 96-jähriger Vater ist mit seinem Rollator vor ein paar Tagen beinahe überfahren worden". Der Stress, der durch den Schleichverkehr entstehe, malträtiere auch die Asphaltdecke, die erst vor wenigen Jahren aufgetragen worden sei. Nun fürchtet Kamps nachhaltigen Schaden: "Bei dem Verkehr sehe ich es kommen, dass der Schwarze Weg zum Totalsanierungsfall wird und wir Anlieger, wenn sich die Verkehrslage längst wieder beruhigt hat, kräftig mit zur Kasse gebeten werden." Er habe das Stadthaus und den Kreis Wesel bereits angeschrieben aber bislang keine Rückmeldung erhalten.

Die B 58 kann momentan nur von der Grünthal-Kreuzung in Richtung Büderich befahren werden. Die Gegenfahrbahn ist wegen der Arbeiten noch bis Anfang Juni gesperrt.

(bp)