Alpen: Volksbank präsentiert Rekordgewinn

Alpen: Volksbank präsentiert Rekordgewinn

Die Volksbank Niederrhein präsentiert trotz niedrigster Zinsen stolze Wachstumszahlen. Der Vorstand schlägt eine Dividende von 6,3 Prozent vor und stärkt die Eigenkapitaldecke. Kundeneinlagen steigen über eine Milliarde Euro.

In aller Bescheidenheit. Was Guido Lohmann, Kopf der Volksbank Niederrhein, bei der Vorstellun der Bilanz für das zurückliegende Jahr politisch korrekt in einem Satz auf die Formel bringt, klingt angesichts der tatsächlichen Zahlen, zurückhaltend. "Wir sind stolz, dass wir in einem schwierigen Umfeld weiter auf Erfolgskurs fahren." So weit, so gut. Hinter dem Understatement aber stecken beachtliche Rekordmarken in der an Erfolgen nicht gerade armen 134 Jahre langen Geschichte des regional tief verwurzelten genossenschaftlichen Kreditinstitutes. Am Ende steht trotz traditionell konservativer Bilanzierung ein noch nie dagewesener Bilanzgewinn von 3,5 Millionen Euro - ein Plus von 6,1 Prozent im Vorjahresvergleich. Davon profitieren auch die 22.750 Mitglieder (plus 725 in 2017). Die Bank schüttet - vorbehaltlich der Zustimmung der Vertreterversammlung - eine Dividende von 6,3 Prozent aus. Das Ergebnis könne sich angesichts des anhaltenden Zinstiefs auch bundesweit durchaus sehen lassen, findet Lohmann.

Der Vorstand betonte gestern bei der Präsentation der Zahlen seine Rolle als Teamplayer. "Unseren 280 Mitarbeitern gebührt großer Dank für das, was sie geleistet haben", sagte Lohmann. "Die Nähe zu den Kunden" sei das Kapital, das die Bank einbringe und ihr letztlich auch in Zeiten von Nullverzinsung eine beachtliche Rendite einbringe.

Lohmann nannte weitere Rekordmarken, die belegen, dass die Volksbank mit Sitz in Alpen ungebremst auf Wachstumskurs unterwegs ist. So steigerte die Bank ihre Bilanzsumme, eine starke Kennzahl, auf 1,5 Milliarden Euro (plus 6,3 Prozent). Noch deutlicher (7,8 Prozent) fällt die Steigerung beim Kreditgeschäft aus. Hier überschreitet die Bank die für sie historische Marke von einer Milliarde um 42 Millionen Euro. Das ist für Lohmann ein deutliches Indiz dafür, "dass wir Marktanteile dazugewinnen". Denn der Markt fürs Kreditgeschäft insgesamt sei nur halb so stark gewachsen. Im zurückliegenden Geschäftsjahr hat die Bank dem gewerblichen Mittelstand und ihren Privatkunden neue Kredite in Höhe von 260 Millionen Euro bewilligt.

Auch die Kundeneinlagen stiegen auf knapp 1,2 Milliarden - ein Plus von 4,2 Prozent. Daraus schlussfolgert der Vorstandsvorsitzende: "Die Menschen setzen großes Vertrauen in uns. Sie glauben, auch wenn der Zinsertrag niedrig ist, dass ihr Geld bei uns sicher aufgehoben ist."

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Auch das Kundenwertvolumen, also sämtliche Gelder, die die Volksbank auch außerhalb der Bilanz für ihre Kunden - 4062 kamen im vorigen Jahr neu hinzu - betreut, steigt mit 3,2 Milliarden Euro auf eine nie erreichte Höhen. Das Wertpapiergeschäft hat ansichts niedriger Zinserträge zugenommen und den qualifizierten Beratungsbedarf erhöht. Die Wertpapierbestände in den Kundendepots kletterten um 7,2 Prozent auf mehr als 426 Millionen Euro.

Angesichts des guten Ergebnisses werde die Bank, so Lohmann, auch die Eigenkapitaldecke mit bis zu sechs Millionen zusätzlich ausstatten, nicht unwesentlich für die Kreditvergabe. Das gestärkte Polster erlaube auch weiter stark steigendes Kreditwachstum. "Die heimische Wirtschaft hat in uns einen verlässlichen Partner und muss in Zukunft keine Kreditklemme befürchten", sagt der Vorstand. Im Wissen um die eigene Stärke, so Lohmann auf Nachfrage, seien strategische Überlegungen über mögliche Fusionen derzeit rein theoretischer Natur. "Größe ist nicht alles. Würden wir unser Geschäftsgebiet ausdehnen, würden wir an Kundennähe, die ja gerade unsere Stärke ist, verlieren", rechnet Vorstand Dieter Hackstein gegen.

Trotz fortschreitender Digitalisierung - 70 Prozent der Girokonten werden online geführt - bekennt sich die Volksbank zum Filialnetz in der Fläche. Es bleibe bei 19 Geschäftsstellen. Das heiße aber nicht, dass die Personalstärke vor Ort unangetastet bleibe, "wenn weniger Dienstleistung nachgefragt wird".

Fürs laufende Jahr sagt Lohmann "bei gebremster Dynamik moderates Wachstum" voraus: "Wir können nicht fortlaufend Rekorde erzielen. Aber es wird ein gutes Jahr."

(bp)