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Rheinberg: Viel Beifall für die neue Kulturleiterin

Rheinberg : Viel Beifall für die neue Kulturleiterin

Yvonne Schmitz zieht als neue Leiterin im Kulturbüro ein erstes Fazit. Politik und Publikum sind begeistert vom Veranstaltungsprogramm.

Dass ein politisches Gremium nach einem Vortrag der Verwaltung Beifall auf offener Bühne spendet, kommt im Stadthaus nicht alle Tage vor. Um so bemerkenswerter war die spontane Reaktion quer durch alle Reihen nach einer gelungenen Premiere. Yvonne Schmitz (30) zog als neue Leiterin im Kulturbüro mit der Powerpoint-Präsentation Bilanz nach der gerade zu Ende gegangenen Theatersaison. Mit einer herzerfrischenden Vorstellung ist es ihr auf Anhieb gelungen, die Herzen der Politik zu erobern. Dabei sprang der Funke ihrer Begeisterung für ihre neue Aufgabe über. Aber die 30-Jährige konnte auch mit Zahlen aufwarten, die Kultur-Politiker mit Freude und Stolz erfüllen.

Das Programm der Saison 2017/18 hat den Geschmack des Publikums getroffen. Mit 10.770 Zuschauern waren die 31 Veranstaltungen im Schnitt zu 89 Prozent ausgebucht. Dabei können sich die Programmmacher, auch wenn die Zahl der Abonnenten leicht rückläufig war, auf ihr Stammpublikum verlassen. Beim überwiegenden Teil der Besucher (85 Prozent) handelt es sich um "Weiterbucher" aus der Saison 2016/17. Diesen Anteil, so lautet ein von Yvonne Schmitz formuliertes Ziel, will das Kulturbüro noch ausbauen.

Die Sparte Kabarett und Comedy kommt auf eine Auslastungsquote von 93 Prozent. Anders als bei Konzerten und Theaterstücken gibt es hier durch Varieté-Bestuhlung allerdings nur 250 statt der sonst üblichen 550 Sitzplätze. Zu den sieben Veranstaltungen mit einem Mix aus namhaften Kleinkunst-Größen wie Christian Ehring ("Extra3") Christoph Sieber ("Mann, Sieber!") und Newcomern kamen insgesamt 1629 Besucher in die Stadthalle.

5841 Zuschauer wollten die 13 Theaterstücke und Konzerte sehen und hören - Auslastung: 82 Prozent. Auch das Angebot für junges Publikum liegt mit 2447 Besuchern gut im Quotenrennen - 87 Prozent der 350 Plätze ("angepasste Bestuhlung") waren besetzt.

Seit mehr als 35 Jahren gibt es spezielle Angebote für junge Zuschauer - für Kindergärten und Schulen sowie für Familien. Jugendliche sollen mit aktuellen Stücken erreicht werden.

Am Ende zählt der wirtschaftliche Erfolg. Auch da kann sich das Stadttheater sehen lassen. Kosten von 157.000 Euro für Stücke, Schauspieler, Progrogrammhefte und Brandsicherheitswachen stehen Einn ahmen von 177.000 Euro - allein 136.000 Euro an Eintrittsgeldern - gegenüber. Macht unterm Strich ein Plus von 20.000 Euro. Allerdings muss man noch Personalkosten von 75.000 Euro sowie die Stadthallenumlage von 37.000 Euro in Rechnung stellen. Das macht einen Zuschussbedarf von 92.000 Euro. Umgerechnet auf alle Besucher steuert der Steuerzahler 8,50 Euro pro Theaterbesucher bei.

Der Vergleich mit anderen Häusern stimmte die Politiker im Fachausschuss milde. Rheinberg liegt bei den Subventionen landesweit weit unterm Schnitt, den die Leiterin des Kulturbüros auf 113 Euro pro Ticket hochgerechnet hatte. Auch wenn man die Stadt kaum mit Düsseldorfer Verhältnissen (363.479 Theaterbesucher, 162 Euro Zuschuss pro Ticket) vergleichen kann, sieht's hier deutlich günstiger aus als in Dinslaken, wo jeder der 164.000 Theaterbesucher mit 26 Euro bezuschusst wird.

Vielversprechend, so Yvonne Schmitz, sei der Probelauf fürs Buchen der Tickets am heimischen PC verlaufen. 60 Prozent der Buchungen seien bereits online gelaufen. Fazit: "Test bestanden." Durch die Buchung im Netz sei die Zielgruppe regional deutlich größer geworden - ein echter Gewinn fürs Stadtmarketing. Um so erfreulicher sei es, so die Politik, das inzwischen auf der Rückseite der Theaterkarten eine Parkplatz-Übersicht gedruckt sei.

Auch dafür gab's Applaus für die Theatermacherin, die mit spürbarer Freude ihre Arbeit macht.

(bp)