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Viel Applaus für winterliche Rheinberg: Viel Applaus für winterliche Grüße aus St. Petersburg

Konzert : Viel Applaus für winterliche Grüße aus St. Petersburg

Das Ensemble St. Petersburg gastierte auf Einladung der Musikalischen Gesellschaft Rheinberg in der voll besetzten Stadthalle.

In einem vorweihnachtlichen Konzert unter dem Motto „L’Inverno – Der Winter“ gastierte das Ensemble St. Petersburg auf Einladung der Musikalischen Gesellschaft in der voll besetzen Stadthalle. Die wechselnde Zusammensetzung des Ensembles mit Flöte (Rustem Sakhabiev), Violine (Raisa Ulumbekova), Violine (Ekaterina Baranova), Viola (Tatyana Laguta), Violoncello (Vladislav Trukhan) und Kontrabass (Vladimir Shubin) eröffnete dem erwartungsfrohen Publikum einen frischen Zugang zu den klassischen Kompositionen von Boccherini, Vivaldi, Mozart und Tschaikowsky.

„Winter, das sind lange Nächte und stimmungsvolle Spaziergänge in den Abendstunden“, hieß es im Programm zu Luigi Boccherinis „Musica notturna delle strade di Madrid“. Klangmalerisch, südlich amourös und fantasievoll lud das Sextett zu einem Gang durch die nächtlichen Gassen ein und machte mit Anklängen von musikalischem Realismus den Einfluss des Flamencos, der Volksmusik und stilisierter Rustikalität deutlich. Viel Pizzicato, mitreißende rhythmische sowie kontrastreiche und markige Gesten wurden von den Musikern mit Mut zum Risiko und mit ganzer Kraft gespielt. „Winter, das sind wirbelnde Schneeflocken, klirrende Kälte, aber auch Geborgenheit in der Wärme des Kamins“, so war es im Winter aus den „Vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi zu hören. Mit einem dissonanten Staccato-Septakkord begann das Stück und erzeugte sofort eine charakteristisch kältestarrende, zitternde Atmosphäre.

Die virtuose Solovioline unterbrach mit erbarmungslosem Wind. Das Anfangsmotiv repetierter Achtel blieb ständig präsent, es beschleunigte sich sogar auf Sechzehntel und bildete Zähneklappern ab. Der zweiteilige Mittelsatz zeigte die Behaglichkeit und Wärme am Kamin, während der Regen im Pizzicato der Geigen an die Scheibe pochte. Im D-Dur-Quartett, KV 285, verlieh der knapp 22-jährige Wolfgang Amadeus Mozart dem „Quatuor concertant“ für Flöte und Streicher einer insbesondere in Mannheim gepflegten Modegattung der Zeit seine klassische Ausprägung. Mit virtuosen Passagen, dynamischen Schattierungen, wundervoll strahlenden Kantilenen und tänzerischem Rondeau drückte Mozart diese empfindsame Variante des Zeitstils aus.

Besonders delikat wirkte das Licht- und Schattenspiel der Flöte im h-Moll-Adagio über dem serenadenhaften Pizzicato. Die ersten Takte der „Serenade für Streicher, op. 48“ von Pjotr Iljitsch Tschaikowski eröffnete das Ensemble mit einer majestätischen Gravidität als gelte es, das Thema mit Nachdruck vorzustellen. Sinnlich und schwermütig wurden die Linien der Melodie zu einem Bogen zusammengefasst. Die um sich selbst kreisenden Melodien beim „Valse“ wurden mit einer für diese Musik eigenen Leichtigkeit gespielt, ohne dabei ins Verspielte zu geraten. Der begeisterte Beifall der Konzertbesucher mündete in rhythmischem Applaus. Die Künstler bedankten sich mit Zugaben.